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„Traum und Tragödie“ Russlands Schicksalsjahr 1917

Die Revolution von 1917 war eine Tragödie: Sie führte in den Bürgerkrieg, zu Millionen Toten und in die Diktatur. Grund zum Feiern hat an ihrem 100. Jahrestag kaum jemand, auch nicht in Russland. Dabei wollte die Oktoberrevolution den Menschheitstraum von einer gerechten Welt verwirklichen.

Von Uli Hufen

Im Februar 1917 fegt – mitten im ersten Weltkrieg – ein spontaner Aufstand den russischen Zaren vom Thron. In Russland aber auch im Ausland sind Millionen euphorisiert. Die amerikanischen Journalisten Louise Bryant und John Reed beschließen spontan nach Russland zu reisen, um selbst den Anbruch eines neuen Zeitalters der Gerechtigkeit und Freiheit zu erleben. Doch als das Ehepaar im August 1917 in Russland ankommen, ist aus Euphorie Anarchie geworden. Die Machtfrage ist ungeklärt, der verhasste Krieg noch immer nicht beendet, die Versorgungslage der Bevölkerung katastrophal. Hass und Ressentiments wachsen, auf allen Seiten. Als im Oktober 1917 schließlich Lenins Bolschewiki die Macht im Lande ergreifen, sind Reed und Bryant dabei. Doch der Traum von einer besseren Welt versinkt bald in der Gewalt des russischen Bürgerkriegs. Wie konnte das passieren? War der Traum an seiner Umsetzung gescheitert? Und was ist geblieben von den Idealen von damals?

© Redaktion: Dorothea Runge; Produktion: WDR 2017

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