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Der Fall Padura – Ein kubanischer Autor und die Zwänge des Regimes.

 Porträt von Peter B. Schumann. Leonardo Padura, Kubas meistgelesener Gegenwartsautor, wird im eigenen Land totgeschwiegen. Padura hat in den 1990er Jahren den kubanischen Kriminalroman revolutioniert.

Er hat das populäre Genre aus den literarischen Niederungen und von den dogmatischen Inhalten befreit und seine Krimis in den realen Problemen der Gegenwart wie der sozialen Not, der Korruption, des Schwarzhandels oder der Prostitution angesiedelt.

Ermutigt durch den großen internationalen Erfolg konnte er es danach wagen, auf der Insel weitgehend tabuisierte Themen aufzugreifen, wie den Trotzkismus und Stalinismus, die Meinungsfreiheit oder das Massenelend. Das Regime, das profunde Kritik meist nicht toleriert, riskierte jedoch den internationalen Skandal nicht, seine Bücher zu verbieten. Dafür war Paduras weltweites Renommee inzwischen einfach zu groß. Stattdessen kommen seine Werke bis heute nur in kleinen Auflagen und mit jahrelanger Verspätung heraus. Und er selbst wird von den offiziellen Medien ignoriert.



© Ö1, Tonspuren, 5.2.2023

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