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der Freitag: „Nur ein Tropfen“ Musikclubs stehen vor dem Abgrund Von Nicholas Potter

Musikclubs hatten es immer schon schwer. Aber nun stehen sie am Abgrund, warnt die Chefin der Berliner Clubcomission, Pamela Schobeß.

Das „Gretchen“ war einer der ersten Clubs mit Weltruf, der wegen Corona schließen musste. Die Betreiberin Pamela Schobeß hat trotzdem mehr Arbeit als je zuvor. Sie sieht die gesamte Szene in Gefahr und verlangt vom Staat mehr Unterstützung.

der Freitag: Frau Schobeß, seit vier Wochen steht der Club still. Sind Sie im Ausnahmezustand?

Pamela Schobeß: Ja, das sind wir tatsächlich. Anfangs habe ich völlig naiv geglaubt, ich werde ausnahmsweise mal eine gesunde Gesichtsfarbe haben, ich werde regelmäßig schlafen und essen, weil ich plötzlich so ein ruhiges Leben führe. Das ist leider totaler Quatsch. Mir war nicht klar, dass man mit einem geschlossenen Club noch viel mehr Arbeit hat.

Worin besteht die Arbeit?

Wir müssen Stundungen für die Krankenkassenbeiträge, Miete und Versicherungen beantragen und versuchen, all die anderen Daueraufträge anzuhalten. Wir müssen uns auch um unsere Mitarbeiter*innen kümmern. Da gab es viele Hürden. Von Kurzarbeitergeld hatten wir noch nie gehört. Auch die ganzen Veranstaltungen müssen natürlich abgesagt werden. Das bedeutet: DJs, Hotels, Flüge. Das war unfassbar viel Arbeit, denn wir buchen ein halbes Jahr im Voraus. Wir arbeiten sehr international und in vielen Ländern ist das noch nicht unbedingt so wie hier….

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© der Freitag, Kultur, Ausgabe 17/2020

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