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„Der Mond. Die Sterne. Das Dunkel“ Die Autorin Melinda Nadj Abonji

Erich-Fried-Preis 2022. Feature von Shenja von Mannstein. Mit fünf Jahren kommt Melinda Nadj Abonji aus dem damaligen Jugoslawien in die Schweiz. Drei Jahre zuvor, 1970, waren ihre Eltern als Gastarbeiter emigriert.

Ihre Familie stammt aus der serbischen Provinz Vojvodina und gehört der ungarischen Minderheit an. Im Haus ihrer Großmutter, in einem kleinen Städtchen nahe der serbisch-ungarischen Grenze, verbringt sie ihre frühe Kindheit.

Die Ankunft in der Schweiz erlebt sie als traumatisch. Als sprachlose Zeit, in der grundlegende Sicherheiten in Frage gestellt werden. Ihre Eltern arbeiten hart und so gelingt ihnen ein gewisser gesellschaftlicher Aufstieg. Sie übernehmen ein Café in Küsnacht, einer reichen Gemeinde am Zürichsee. Zu einer Zeit, als in Jugoslawien der Krieg ausbricht. In „Tauben fliegen auf“ verarbeitet Melinda Nadj Abonji ihre Migrationsgeschichte. Der Roman wird 2010 mit dem Schweizer und dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Für die Sendung begibt sich die Autorin in Zürich und Küsnacht auf Spurensuche. Sie erzählt von der sinnlichen Welt ihrer frühen Kindheit, vom Verlust der Heimat und von den Folgen des Balkan-Kriegs auf ihr Leben und Schreiben.



© Ö1, Tonspuren, 18.12.2022

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