„Der Übervater“ Wie Steven Spielberg das amerikanische Kino veränderte
Steven Spielberg zum 70. Geburtstag
Er war der wesentliche Motor des New Hollywood der frühen siebziger Jahre. Er erfand 1975 mit „Der weiße Hai“ den Blockbuster. Er leitete 1981 mit „Indiana Jones“ das Revival des Abenteuerfilms ein. Er zettelte gemeinsam mit seinem Freund George Lucas tricktechnische Revolutionen an. Er nahm sich 1985 mit „Die Farbe Lila“ als erster bedeutender weißer Hollywood-Regisseur der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung in den USA an.
Von Moritz Holfelder
Er reanimierte 1993 die ausgestorben geglaubten Dinosaurier im „Jurrasic Park“. Er inszenierte im selben Jahr mit „Schindlers Liste“ einen Film, an dem bis heute keiner vorbeikommt, der sich für die filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust interessiert. Er drehte 1997 für „Der Soldat James Ryan“ eine rund halbstündige Kriegsszene, die in ihrer Realistik unübertroffen ist. Zuletzt inszenierte er in Berlin den Kalter-Krieg-Thriller „Bridge Of Spies“.
Was kaum bekannt ist: Alle Filme von Steven Spielberg sind stark autobiographisch geprägt. Immer geht es im Unterbau seiner Werke um zerrüttete Familienverhältnisse. Steven Spielbergs Eltern ließen sich scheiden, als er noch ein Kind war. Bis heute ist für ihn die Bedrohung der Familie eine immer vorhandene Problematik seiner Arbeiten.
Moritz Holfelder begibt sich auf die Reise durch die Welt von Steven Spielberg und porträtiert nicht nur den Blockbuster-Regisseur, ohne den das amerikanische Kino der letzten vierzig Jahre nicht denkbar wäre, sondern auch den sensiblen Autorenfilmer mit jüdischen Wurzeln. Spielberg vereint beides.
© Bayerischer Rundfunk, radioThema, 15.12.2016