Nachhören

Der Wunsch nach Entgrenzung Rausch, Reisen, Neugier

Handlungen, so glauben wir, sind grundsätzlich zielgerichtet. Zielfreies Handeln sei dagegen bloßes Spiel, ohne Sinn und Kontinuität. Die Tyrannei der Ziele aber hat eine ungewollte Nebenwirkung.

Von Eike Gebhardt

In dem Maße, wie Ziele uns steuern und antreiben, verstümmeln und verarmen sie uns auch. Mit zielgerichtetem Blick sortieren wir alles auf dem Weg dorthin nur noch danach, ob es förderlich oder hinderlich ist. Der Eigenwert von Erfahrungen bleibt auf der Strecke. Und so verkürzt unsere vielgelobte Zielstrebigkeit auch unsere kognitive und emotionale Entwicklung. Polemisch zugespitzt könnte man formulieren: Wir amputieren unsere Neugier – und erleben diese Verstümmelung als Reife.

Manuskript PDF

© SWR 2, Essay, 10.3.2017

 

(Visited 69 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.