„Die Idee des Verirrens ist mir ja etwas Schreckliches“ Die Lyrikerin Friederike Mayröcker
Friederike Mayröcker ist gestorben. Wir wiederholen aus diesem Anlass Andrea Marggrafs Porträt aus dem Jahr 2014. Entstanden ist es damals zum 90. Geburtstag der österreichischen Lyrikerin.
„Die Zeit ist eigentlich mein Feind. Die Zeit nimmt mir das Leben weg. Und wenn meine Zeit vorüber ist, dann bin ich eben weg.“
Friederike Mayröcker. Die Grande Dame der Poesie wird 90 Jahre alt.
„Früher war die Zeit nicht mein Feind, aber je älter ich werde, umso feindlicher gestaltet sich die Zeit. Deswegen bin ich auch so dagegen, dass der kommende Geburtstag so… Das ist nicht gut.“
Natürlich will man die Dichterin feiern und ihr danken für die jährlich erscheinenden Bücher, in denen sie die Welt in Poesie verwandelt. In denen selbst die unliebsamen Dinge ihren Schrecken verlieren. Man will mehr hören von diesen energiegeladenen lyrischen, nicht abreißenden poetischen Lebensfäden. So wird Friederike Mayröcker auch in diesem Jahr in ihrer Lebensstadt Wien aus ihren Texten lesen und Fragen beantworten. Fragen zu ihrem Leben – ihrem Schreibleben.
„Ich habe mich schon gewehrt. Aber das wird nicht zur Kenntnis genommen. Für die anderen ist das irgendwie so etwas wie Sensation. Für mich ist es etwas von einem ‚In mich Gehens‘ eines Überdenkens meines Lebens.“
Friederike Mayröcker will vor allem eines – schreiben. In ihrem jüngst erschienenen Band „cahier“ heißt es.
© Deutschlandfunk, Zeitfragen, 4.6.2021 / Erstaustrahlung 2014