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„Die Kunst der schwebenden Klänge“ Steev Kindwald in Rajasthan Von Helen Hahmann

Seit zwanzig Jahren bereits spielt Steev Kindwald die indische Doppelflöte Alghoza. Erst nach zwanzig Jahren Übung, sagt sein Meister in Rajasthan, klingt das Instrument gut. Vorausgesetzt, man widmet sich voll und ganz dem Alghoza-Studium.

Alghoza spielen sei das Erste, was man nach dem Aufwachen macht und das Letzte, bevor man zu Bett geht. Für Steev Kindwald geht es um viel mehr als das bloße Üben auf einem Instrument: Alghoza spielen ist ein Seins-Zustand, eine Lebensform. Und es ist die Kunst, wie jene Menschen zu leben, die die Alghoza bis zur Vollendung verinnerlicht haben, und dennoch seine eigenen Varianten dieser Musik zu prägen.

Wie kaum ein anderer Musiker vereint Steev Kindwald die Einflüsse verschiedenster Kulturen in sich. Sein Faible für komplexe, rhythmische Strukturen verbindet Steev mit seiner Herkunft: ein Teil der Familie hat ihre Wurzeln in Siebenbürgen, Rumänien. Ansonsten lebt Steev zwischen den Kontinenten – USA, Frankreich, Japan. Auf seinen ausgedehnten Reisen durch Asien dokumentiert Kindwald seit Jahren auch Meistermusiker und zeremonielle Musiken. So ist ein beeindruckendes Tonarchiv entstanden. Kindwald lernt Flöten und Maultrommeln anzufertigen und lässt sich dabei inspirieren von Instrumenten, die ihm auf seinen Reisen durch Asien begegnen oder von Sammlungsstücken aus ethnologischen Museen und archäologischen Ausgrabungen.



© BR Klassik, Musik der Welt, 30.5.2021

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