Radiotipps

Die Radiotipps für den 16.11.2024

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1 und SRF 2.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht

„Liebe und Zorn“ Eine Lange Nacht über den Mystiker und Theosophen Jacob Böhme
Von Ronald Steckel Regie: der Autor

Jacob Böhme (1575-1624) ist eine der unbekanntesten und gleichzeitig bedeutendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Er war Zeitgenosse Shakespeares, Giordano Brunos und Galileis und lebte als Schuhmacher und Tuchhändler in Görlitz an der Neiße. Nach mehreren Erleuchtungserfahrungen begann er, seine inneren Erlebnisse und Visionen aufzuzeichnen und offenbarte sich dabei als ein starker Sprachgestalter, der das Deutsch der Lutherbibel in kraftvoller Weise für seine Schriften nutzte. 1612 verfasste er für sich selbst als Erinnerungsbuch den Text „Morgenröte im Aufgang“, einen grandiosen Entwurf christlicher Theosophie und Kosmosophie, der einen vollkommenen Bruch mit kirchlicher Autorität bedeutete. Hier stellte er die Erkenntnis- und Willensfreiheit des Menschen in den Mittelpunkt. Die lutherisch-orthodoxe Obrigkeit der Stadt Görlitz beschuldigte Böhme der Ketzerei und erteilte dem Autor Schreibverbot, konnte aber nicht verhindern, dass er in den politisch unabhängigen und geistig aufgeschlossenen Kreisen des schlesischen Adels bekannt wurde. Dort betrachtete man ihn als Propheten und ließ ihm jede erdenkliche Unterstützung zukommen. Die letzten Jahre seines Lebens war er, ausschließlich mit der Niederschrift seiner Texte beschäftigt, in weiten Teilen Europas ein als „Philosophus Teutonicus“ berühmter Mann.


16:00 Uhr radio 3 Feature

„Queer, katholisch, mexikanisch – Die Muxes von Juchitán“ Feature von Johanna Rubinroth und Tanja Krüger
Party. Ohrenbetäubende Salsa-Kombo. Auf der Tanzfläche paradieren Männer mit bestickten Kleidern und Blumen im Haar, andere stolzieren in Anzügen wie Pfauen umher. Berlin? San Francisco? Ein Event zum Christopher Street Day? Nein, ein kleiner Ort im Südwesten Mexikos – einem Land, das sonst eher für Machismo und Homophobie bekannt ist. Hier im erzkatholischen Juchitán werden die „Muxes“ gefeiert – das „dritte Geschlecht“: feminine Männer, Männer in Frauenkleidern, Trans-Frauen, homo- oder bisexuell orientiert. Der Großteil der Bevölkerung liebt ihre Muxes, ist stolz auf die Diversität, die als Teil der uralten Kultur der Zapoteken verstanden wird. Und doch ist Juchitán alles andere als ein queeres Paradies. Diskriminierung auch innerhalb der Familien und brutale Überfälle auf Muxe gehören hier zur Tagesordnung.
Produktion: rbb/NDR 2019 Regie: Philippe Brühl


17:05 Uhr Bayern 2 Der politische Podcast

(2/4) Verschärftes Recht | Streit um Asyl
Bonn, Mai 1993: Im Bundestag soll eine Änderung des Asylrechts beschlossen werden. Der „Asylkompromiss“. Demonstrierende versuchen, das Parlament zu blockieren, Abgeordnete müssen mit Hubschraubern eingeflogen werden. An der aufgeheizten Stimmung wird deutlich, dass in den Monaten davor eine der schärfsten politischen Debatten geführt wurde, die Deutschland nach dem 2. Weltkrieg erlebt hat. Soll das im Grundgesetz verankerte Recht auf Asyl wirklich eingeschränkt werden? Wir nehmen euch mit zu den Wurzeln eines Streits. Des Streit um Asyl. Anfang der 90er waren es Union und FDP, die für eine Asylrechtseinschränkung waren, die SPD hingegen strikt dagegen. In dieser Folge erfahrt ihr, u.a. von Zeitzeugen wie Günther Beckstein (CSU) und Herta Däubler-Gmelin (SPD), warum die SPD 1993 dann doch zugestimmt hat – und was der Streit damals mit der Asyldebatte heute zu tun hat.


18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature

„Die schöne Landschaft aller“ Von Antje Meichsner
Ton und Regie: die Autorin Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Südwestrundfunk 2024 (Ursendung)
Wald. Schluchten. Felsformationen. Die Sächsische Schweiz ist wie ein Märchenland. In dem viele Rechtsextreme leben. Was erzählen Ehemalige, Zugezogene und Dagebliebene, die damit nicht einverstanden sind?


18:20 Uhr SWR Kultur Jazz

Eine Stimme wie Honig mit Scotch – Die Sängerin Diana Krall. Von Hans-Jürgen Schaal
Als ihr Debütalbum 1993 erschien, waren Sängerinnen im Jazz kaum ein Thema. Doch das Beispiel von Diana Krall hat diese Situation schnell und gründlich geändert. Wie die Kanadierin alte Jazzstandards lebendig machte, mit ihrer leicht verschleierten, sinnlich dunklen Altstimme, und wie sie mit dem Timing und der Melodie der Phrasen spielte – das bewegte ein internationales Publikum weit über den Jazz hinaus. Diana Krall war die Nummer eins in diversen Pop-Charts, wurde Werbeträgerin für DaimlerChrysler und Rolex und eroberte die Klatschspalten der Boulevardpresse.


19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel – Kunstpalast

„Goldberg für alle“ Von Jacques Palminger
Regie: der Autor Produktion: WDR 2016


19.05 Uhr Bayern 2 Zündfunk

„Die Party Of Life im Museum Brandhorst“ Wie die Künstler Keith Haring und Andy Warhol die Pop-Kultur
Von Michael Bartle

„Party Of Life“ heißt eine monumentale und tolle Ausstellung über die beiden sehr musikverliebten Künstler Andy Warhol und Keith Haring, die noch bis zum 26. Januar im Münchner Museum Brandhorst zu sehen ist.


20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel

„Die Könige spielen die anderen“ Von Gesche Piening
Besetzung: Kathi Bonjour und Jutta Kommnick
Regieassistenz: Swantje Reuter
Ton und Technik: Thomas Monnerjahn und Eugenie Kleesattel
Komposition und Klavier: Michael Emanuel Bauer
Musik: Nikolas Neuser (Trompete und Flügelhorn) und Hannes Strobl (E-Bass und Elektronik)
Regie: die Autorin Dramaturgie: Christine Grimm
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2024
Tief verwurzelte hierarchische Muster prägen sowohl die Chefetage als auch die Mitarbeitenden. Eine differenzierte, nüchterne Arbeitsweltanalyse, die die Rollenzuschreibungen aller Beteiligten minutiös seziert.


22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert

Dr. John in der Schauburg
Mitschnitt vom 25. Februar 1984, Schauburg, Bremen


22:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme

„My Inmost Heart“ Variations on Brahms Werke von Johannes Brahms, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach u.a.
Luisa Imorde, Klavier

Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Berlin Classics 2024
Die Pianistin Luisa Imorde ist bekannt für kluge und ungewöhnlich zusammengestellte Programme – auf ihrer neuen Aufnahme bringt sie Variationswerke verschiedener Epochen in einen lebendigen Dialog.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik

„Forum neuer Musik 2024“ Zuhören, erinnern, verstehen – Die Klangkünstlerin Yara Mekawei
Von Sophie Emilie Beha

Yara Mekawei beschäftigt sich mit sufistischer Dichtung und nordafrikanischer Urbanität. In ihren Klangarchitekturen verbinden sich Dokumentation, Glaube und Widerstand, sowie eine weibliche Perspektive auf die heutige Welt. Yara Mekawei wurde 1987 in Kairo geboren, als DAAD-Stipendiatin arbeitet sie seit 2021 in Berlin. Als Künstlerin in Ägypten kennt sie eingeschränkte Rechte, ebenso reduzierte Bewegungsfreiheit. Zugleich erlebt sie sich als Wandlerin zwischen Welten: „I’m black in the north and white in the south“. Ein wichtiger Stoff ist für Mekawei die Geschichte Ägyptens. In ihren Klangskulpturen vergegenwärtigt sie beispielsweise Urtexte der Frühzeit. Ebenso arbeitet sie mit Klängen urbaner Gegenwart. Sie will verstehen, wie sich Kairo verändert, und diesen Wandel dokumentieren.


23:00 Uhr radio 3 The Voice

Shirley Bassey
Sie durfte als einzige gleich drei James Bond Titelsongs einsingen. „Goldfinger“ hat sie weltberühmt gemacht. Stimmgewaltig und emotional ist auch ihr neuestes Album „I owe it all to you“. Darauf feiert sie 70 Jahre Showbusiness unter anderem mit ganz neuen Songs.


23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner

Christina Kubisch: „das nicht vergaß, wer es je vernahm“
Im Juni 1965 produzierte Theodor W. Adorno im Hessischen Rundfunk seinen Radiovortrag „Schöne Stellen“, ein bis heute eindrucksvolles Dokument.


23:03 Uhr SWR Kultur Ohne Limit

„apeiron“ Hörstück von Leona Jones Mit Stimmen von Freiwilligen aus Stromness, Orkney
Vokalsolistin: Audrey Chen
Field Recordings und Tamtam: Leona Jones
Ton und Technik: Daniel Senger und Robin Zwirner
Komposition und Regie: Leona Jones
(Produktion: SWR 2024 – Premiere)


23:03 Uhr WDR 3 Studio Elektronische Musik

The Artist’s Cut [09b] Monopass
Monopass, das sind vier Individualisten, die eine Band bilden. Dabei sind sie nicht nur Instrumentalisten sondern auch Komponisten. Diese Erfahrung prägt ihr Spiel, das sich ohne Partitur entfaltet. Im Juni 2023 sind sie unserer Einladung gefolgt, mit ihrem elektronischen Equipment zwei Tage lang gemeinsam mit der Produzentin Katja Teubner aufzunehmen und uns am Entstehungsprozess der Stücke, an ihren kompositorischen Ideen und Strategien teilhaben zu lassen. Ein live-elektronisches Konzert, bei dem der ARTIST die Gelegenheit zum CUT hat – zum behutsamen editorischen Eingriff in die Stücke.


23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht

„Liebe und Zorn“ Eine Lange Nacht über den Mystiker und Theosophen Jacob Böhme
Von Ronald Steckel Regie: der Autor

Jacob Böhme (1575-1624) ist eine der unbekanntesten und gleichzeitig bedeutendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Er war Zeitgenosse Shakespeares, Giordano Brunos und Galileis und lebte als Schuhmacher und Tuchhändler in Görlitz an der Neiße. Nach mehreren Erleuchtungserfahrungen begann er, seine inneren Erlebnisse und Visionen aufzuzeichnen und offenbarte sich dabei als ein starker Sprachgestalter, der das Deutsch der Lutherbibel in kraftvoller Weise für seine Schriften nutzte. 1612 verfasste er für sich selbst als Erinnerungsbuch den Text „Morgenröte im Aufgang”, einen grandiosen Entwurf christlicher Theosophie und Kosmosophie, der einen vollkommenen Bruch mit kirchlicher Autorität bedeutete. Hier stellte er die Erkenntnis- und Willensfreiheit des Menschen in den Mittelpunkt. Die lutherisch-orthodoxe Obrigkeit der Stadt Görlitz beschuldigte Böhme der Ketzerei und erteilte dem Autor Schreibverbot, konnte aber nicht verhindern, dass er in den politisch unabhängigen und geistig aufgeschlossenen Kreisen des schlesischen Adels bekannt wurde. Dort betrachtete man ihn als Propheten und ließ ihm jede erdenkliche Unterstützung zukommen. Die letzten Jahre seines Lebens war er, ausschließlich mit der Niederschrift seiner Texte beschäftigt, ein schon zu Lebzeiten in weiten Teilen Europas als „Philosophus Teutonicus” berühmter Mann.


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