BBC Radio – Unclassified: Autobahn at 50 – Kraftwerk’s Classical Roots
Das am 1. November 1974 veröffentlichte Album Autobahn markierte den Moment, in dem sich Kraftwerk voll und ganz der elektronischen Popmusik zuwandten und die futuristische, mechanisierte Ästhetik verfeinerten, für die sie berühmt werden sollten.
Das Album wurde trotz einiger ausgesprochen gemischter Kritiken zu Beginn ein internationaler Erfolg, und sein Einfluss ist in dem halben Jahrhundert seither in einer Vielzahl von Genres zu spüren. Elizabeth Alker, selbst Besucherin der legendären Kling-Klang-Studios der Band in Düsseldorf, betrachtet die klassischen Wurzeln von Kraftwerk und stellt das Album in den Kontext der deutschen klassischen Musik des 20. Jahrhunderts (die Musiker selbst haben den Expressionismus Schönbergs und Stockhausens Klangexperimente als wichtige Einflüsse genannt). Und wie im ikonischen Titeltrack, der sich über zwanzig Minuten erstreckt, zu hören ist, nahm die Band Anleihen bei Traditionen der Musikstrukturierung, die ebenfalls auf ältere, klassische Formen zurückgehen (in der Wiederaufnahme und Entwicklung von Themen). Elizabeth spielt auch zeitgenössische Stücke, die eine musikalische Verwandtschaft mit Autobahn haben und ihr vielleicht auch etwas zu verdanken haben.
1 Karlheinz Stockhausen – Studie I
2 Can – Sing Swan Song
3 Giorgio Moroder – Utopia (Me Giorgio)
4 Cluster – Marzipan
5 Kosmischer Läufer – Für Seelenbinder
6 Tangerine Dream – Sunrise in the Third System
7 Kraftwerk – Computer Love
8 Nils Frahm – #2
9 Ben Lukas Boysen – Quasar
10 Faust – Jennifer
© BBC Radio 3, Unclassified, 3.11.2024