Radiotipps

Die Radiotipps für den 26.4.2025

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht

Die Entdeckung der „Heldenreise“ Eine Lange Nacht über den Mythenforscher Joseph Campbell
Von Sabine Fringes Regie: die Autorin

Gibt es eine Gemeinsamkeit, die Mythen, Märchen, Volkssagen und religiöse Überlieferungen rund um den Globus verbindet? Dies fragte sich Joseph Campbell (1904-1987), als er sich während der Zeit der Weltwirtschaftskrise in eine Hütte in Woodstock zurückzog, um die großen Epen der Menschheit zu studieren. Er fand heraus: Sämtliche Protagonisten und Protagonistinnen erleben eine Reihe von Ereignissen, die einem bestimmten Muster folgen. „Monomythos“ nannte Campbell diese Erzählstruktur, die später unter dem Begriff „Heldenreise“ berühmt wurde. Sein Buch „The Hero with a Thousand Faces“, „Der Heros in tausend Gestalten“, 1949 erstmals erschienen, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der womöglich einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Therapeuten und Coaches nutzen die Stationen der „Heldenreise“, um Krisen ihrer Klienten in einen größeren Entwicklungszusammenhang zu stellen oder ihnen neuen Schwung für das Erreichen ihrer Ziele zu geben. Den größten Einfluss aber hat die „Heldenreise“ auf die Filmbranche, sie ist eines der großen offenen Geheimnisse Hollywoods: Filmemacher wie George Lucas, Stanley Kubrick und Francis Ford Coppola ließen sich davon inspirieren. Obgleich zahllose Filme auf dieser Erzählformel beruhen, ist sie den meisten Zuschauern bislang weitgehend unbekannt. Und manch einer sieht in der „Heldenreise“ eine Art Reiseführer fürs eigene Leben, darunter auch ihr Entdecker Joseph Campbell.


14:00 Uhr Ö1 Hörspiel

„Weil immer das Meer vor der Liebe ist. Elegie für und nach Hertha Kräftner“ von Jürg Amann
Hörspielfassung: Stefan Weber. Mit Sylvie Rohrer. Klang, Technik und Regie: Stefan Weber (ORF/Autorenproduktion 2018)
Die junge Hertha Kräftner wächst hinein ins literarische Trümmerfeld der Nachkriegszeit, aber weigert sich, diese ‚Situation in Europa‘ zu beschreiben. Von Hermann Hakel und Hans Weigel gefördert, vertraut sie allein ihren Seelenbildern, mit denen sie in ihrer kurzen Zeit als Dichterin eine wortgewaltige Sprache hin zum Jenseits erschafft: Sehnsüchte und die Angst vor deren Erfüllungen, Trauer ohne Grund, Liebe ohne Glück, und ihre rastlose Treue, die dem Tod gehört. Hertha fühlt sich dem Existentialismus verpflichtet, liebt Sartre und Camus.


16:00 Uhr radio 3 Freiheit Deluxe

Daniel Drepper – „Wir werden fürs Veröffentlichen bezahlt, nicht fürs Verschweigen“
Er ist einer der stillen Marvel-HEROES des investigativen Journalismus in Deutschland und steht realistisch und felsenfest auf demokratischen Grundsätzen: Daniel Drepper. Nach seinen Enthüllungen über Machtmissbrauch durch Ex-Bild-Chefredakteur Julian Reichelt verlor nicht nur Reichelt seinen Job, sondern auch Drepper und sein Team. Die Recherchen mit seinem Team um die berüchtigte „Row Zero“ bei der Band Rammstein befeuerten die #MeToo-Debatten in Deutschland und der Musikszene weltweit.


17:05 Uhr Bayern 2 Der politische Podcast

„Aus Politik und Gesellschaft“
Kleiner Diktator oder großer Präsident – 100 Tage Donald Trump. Von Nina Barth, Sebastian Hesse, Ralf Borchard

Am 30. April wird Donald Trump 100 Tage im Amt sein. Im Wahlkampf hatte er halb ironisch versprochen, kein Diktator zu werden -„außer am ersten Tag“. Für Trump-Anhänger ist er schon heute einer der größten US-Präsidenten. Für Trump-Kritiker zeigt sich dagegen: Trump gefährdet die Demokratie. Unsere USA-Korrespondenten sind in verschiedene Bundesstaaten gereist, um zu drei Schwerpunkt-Themen die Stimmung einzufangen: zu Trumps Strafzöllen, zur angedrohten Massenabschiebung illegal Eingewanderter und zur Kündigung tausender Regierungsmitarbeiter durch Elon Musks DOGE-Behörde. Aus dem ARD-Studio Washington berichten Nina Barth, Sebastian Hesse und Ralf Borchard.


18:00 Uhr radio 3 Orte und Worte

Mit Feridun Zaimoglu auf einen Spaziergang durchs alte West-Berlin
Spazierengehen ist für Feridun Zaimoglu essenziell, um schreiben zu können. Er bekommt dabei nicht nur den Kopf frei und bringt Körper und Gedanken in Bewegung, sondern spürt dabei auch dem Rhythmus der Sprache nach. „Es ist oft vorgekommen, dass ich dann die Wortfolge und den Rhythmus der Schrittfolge und dem Schritttempo angepasst habe“, sagt er. So sind auch die Sätze für seinen neuesten Roman „Sohn ohne Vater“ entstanden.


18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature

„Nordkoreaner in Südkorea“ Zwischen Integration und Isolation. Von Johannes Nichelmann
Regie: der Autor Ton: Peter Avar RBB / Deutschlandradio Kultur 2015

Die meisten Südkoreaner kennen Nordkoreaner nur aus dem Fernsehen. Das Feature begleitet sie bei ihren ersten Treffen mit Nordkoreanern und zeigt deren Alltag in Seoul, zwischen Integration und Isolation.


18:20 Uhr SWR Kultur Jazz

Count Basie of the East – Zum 80. Todestag von Teddy Weatherford. Von Henry Altmann
In letzter Zeit hat sich Jazz unglaublich internationalisiert und findet an Orten statt, die man einst nicht für möglich gehalten hätte. Zu verdanken ist das auch frühen „Globalisten des Jazz“ wie Teddy Weatherford. Der Pianist ist in den 1920er-Jahren Teil der Chicagoer Szene und implementiert danach Jazz nachhaltig unter anderem in Paris, Shanghai oder Singapur. Mit Talent und Risikobereitschaft verwirklicht er dabei den amerikanischen Traum fernab der Heimat. Am 25.04.1945 allerdings stirbt Weatherford nach einer Malaria-Infektion in Kalkutta viel zu früh – er wurde nur 41 Jahre alt.


19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots

Blue Notes in vielen Farben | heute mit:
Memphis Blues mit Familientradition: Vaneese Thomas | Washington, D.C.‘s Queen Of The Blues: Carly Harvey


19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk

Das Michael Hurley – Konzert im Zündfunk
Mit Michael Bartle


20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher

Kein großes Ding!
Die 900. Ausgabe von Electro Royale steht an! Aber 900, das ist ja kein runder Geburtstag oder so. Also alles wie immer, zwei Stunden lang elektronische Tanzmusik. Mit dabei: Stephan Zovsky, Phonique, ANNÊ und viele andere. Ach ja, Böttchi natürlich auch!


20:05 Uhr Deutschlandfunk Studio LCB

Aus dem Literarischen Colloquium Berlin. Gast: Annett Gröschner
Gesprächspartner: Heike Geißler und Erdmut Wizisla. Moderation: Maike Albàth
Annett Gröschner, „Schwebende Lasten“

Wie sieht das Leben einer Magdeburger Blumenbinderin aus, die sich schließlich zur Kranführerin mausert und in wechselnden politischen Systemen ihre Familie durchbringt? Mit erzählerischer Verve fächert Annett Gröschner, 1964 in Magdeburg geboren, in ihrem neuen Roman „Schwebende Lasten“ das Schicksal ihrer Heldin Hanna Krause auf und schildert, was es heißt, jeden Tag neu für die grundlegenden Bedürfnisse kämpfen zu müssen. Als sechsfache Mutter steht die unbeirrbare Hanna Revolutionen, Kriege und Diktaturen durch und bleibt immer anständig. Annett Gröschner, Verfasserin eines eindrucksvollen Werks und in verschiedenen literarischen Formen versiert, kehrt nach ihrem gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann vorgelegten Bestseller „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ (2024) zu ihren Wurzeln zurück. Warum bestimmte Stoffe nach Romanen verlangen, wird ein Thema im Gespräch mit der Schriftstellerin Heike Geißler und dem Literaturwissenschaftler Erdmut Wizisla sein.


22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in Concert

Jazzahead 2025
Bremen Zwei sendet live aus dem mobilen Studio im Eventbus von Radio Bremen vom Messegelände aus dem Herzen des Festivals heraus. In den Sondersendungen wird live in die Konzertsäle geschaltet, bereits aufgenommene Konzerte sind als Mitschnitt zu erleben und viele der Protagonisten der Jazzahead 2025 kommen in Interviews zu Wort oder werden in Porträts vorgestellt.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik

Revisited Forum neuer Musik 2022 „Los cadadías“
Coriún Aharonián: „Los Cadadías“ (Ausschnitt)
Graciela Paraskevaídis: „sendas“ (AAusschnitt)
Rodolfo Acosta: „Octaedre“ (Ausschnitt)
Maximiliano Soto Mayorga: „Cyanotypie“
Ensemble Aventure
Aufnahmen vom 29./30.10.2022 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal
Am Mikrofon: Frank Kämpfer
Unstrittig verbindet sich der Aufbruch einer eigenständigen Avantgarde in Südamerika mit Graciela Paraskevaídis und Coriún Aharonián. Beide stammen aus Familien europäischer Einwanderer und kamen 1940 an verschiedenen Ufern des Río de la Plata zur Welt. Als Mitbegründer der Cursos Latinoamericanos de Música Contemporánea plädierten sie für eine Ablösung von europäischen Mustern und einen strikten sozialkritischen Anspruch in ihrer Musik. Dass ihre Namen und Werke hierzulande nicht völlig unbekannt sind, verdankt sich vieljähriger Zusammenarbeit mit Wolfgang Rüdiger und dem Freiburger Ensemble Aventure. In einem Drei-Generationen-Programm resümierte die Formation ihr Engagement im Rahmen des Forums neuer Musik 2022 „Con doble mirada“ mit verschiedenen Neuproduktionen.


22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme

Maria Herz (1878-1950): Konzert für Violoncello und Orchester op. 10
Konstanze von Gutzeit, Violoncello; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Christiane Silber


23:00 Uhr ByteFM Antikörper mit Mark Kowarsch

Spark Plug
Von 23 Uhr bis Mitternacht stellt Antikörper-Moderator Mark Kowarsch neue Veröffentlichungen vor, und erfüllt auch noch den einen oder anderen Hörerwunsch. Freut euch auf Musik von Viagra Boys, Bodega, pogendroblem, Sons, Lùlù, The Budos Band, The Hives, Heavy Lungs, Yasmo & Die Klangkantine, Tics, Das Aus Der Jugend, Ain’t UR Enn, Lael Neale, Team Scheisse, Dub Narcotic Sound System, Booker T. & The M.G’s, The Dead End Kids und The Bug Club.


23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht

Die Entdeckung der „Heldenreise“ Eine Lange Nacht über den Mythenforscher Joseph Campbell
Von Sabine Fringes Regie: die Autorin

Gibt es eine Gemeinsamkeit, die Mythen, Märchen, Volkssagen und religiöse Überlieferungen rund um den Globus verbindet? Dies fragte sich Joseph Campbell (1904-1987), als er sich während der Zeit der Weltwirtschaftskrise in eine Hütte in Woodstock zurückzog, um die großen Epen der Menschheit zu studieren. Er fand heraus: Sämtliche Protagonisten und Protagonistinnen erleben eine Reihe von Ereignissen, die einem bestimmten Muster folgen. „Monomythos“ nannte Campbell diese Erzählstruktur, die später unter dem Begriff „Heldenreise“ berühmt wurde. Sein Buch „The Hero with a Thousand Faces“, „Der Heros in tausend Gestalten“, 1949 erstmals erschienen, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der womöglich einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Therapeuten und Coaches nutzen die Stationen der „Heldenreise“, um Krisen ihrer Klienten in einen größeren Entwicklungszusammenhang zu stellen oder ihnen neuen Schwung für das Erreichen ihrer Ziele zu geben. Den größten Einfluss aber hat die „Heldenreise“ auf die Filmbranche, sie ist eines der großen offenen Geheimnisse Hollywoods: Filmemacher wie George Lucas, Stanley Kubrick und Francis Ford Coppola ließen sich davon inspirieren. Obgleich zahllose Filme auf dieser Erzählformel beruhen, ist sie den meisten Zuschauern bislang weitgehend unbekannt. Und manch einer sieht in der „Heldenreise“ eine Art Reiseführer fürs eigene Leben, darunter auch ihr Entdecker Joseph Campbell.


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