Die Radiotipps für den 30.5.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Kurzstrecke 155“ Feature, Hörspiel, Klangkunst − Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene
Moderation: Julia Tieke und Johann Mittmann
Produktion: Autor*innen/Deutschlandfunk Kultur 2024 (Ursendung)
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Global
Moderation: Katrin Wilke
Zwei der vielen Destinationen werden in dieser Nacht der Iran und Argentinien sein: Die Teheraner Sängerin Farnaz Ohadi, die seit langem im kanadischen Vancouver lebt, ist derzeit in Sevilla – der Liebe wegen. Und zwar der zum Flamenco, den sie profund erforscht und auf ihre eigene Weise, mittels persischer Poesie, intoniert. Eine verwegene Erneuerin in vielerlei Hinsicht ist diese schon jetzt zu Recht als „Botschafterin des persischen Flamenco“ bezeichnete Künstlerin, deren Tun stets auch eine politische, insbesondere feministische Dimension hat. Darum und um ihr aktuelles, mit spanischen und iranischen Musikern erarbeitetes Album „Breath“ und um einiges mehr aus dem Iran wird es ausführlicher gehen. Auch die argentinischen Pioniere des alternativen Latinrock, speziell des Latinska, Los Fabulosos Cadillacs bekommen einen größeren Platz. Ihren 40. Geburtstag feiert diese Band, die Vorbild und Komplize so vieler anderer Seelenverwandter in Lateinamerika und im Rest der Welt war und ist, mit einer Europa-Tour. Eine Station gibt es auch in Deutschland – eine Premiere und wohl leider auch ein Ereignis mit allergrößtem Seltenheitswert. Gemeinsame musikalische Sache machten die Argentinier u.a. mit Blondie, Fishbone oder Celia Cruz. Einige dieser kuriosen Zusammenarbeiten werden zu hören sein wie auch allerhand globale News und Konzertaktualitäten.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Aaron Parks als Gast der Kölner WDR-Bigband
Der 1983 geborene US-amerikanische Pianist Aaron Parks gilt als einer der spannendsten Jazzpianisten seiner Generation. Bereits im Alter von 14 Jahren begann er, an der University of Washington in seiner Heimatstadt Seattle Musik zu studieren, später war er Schüler von Kenny Barron an der Manhattan School of Music in New York City. Mit 18 Jahren startete Parks dann seine Karriere als Sideman in der Band des Trompeters Terence Blanchard.
Am 3. Februar 2024 war Aaron Parks im Rahmen eines Konzerts im Kölner Stadtgarten Gastsolist der WDR-Bigband, des renommierten Jazzorchesters des Westdeutschen Rundfunks. Seine Kompositionen wurden vom 1983 geborenen Christian Elsässer arrangiert und auch dirigiert. Elsässer, ebenfalls Pianist, versuchte in seiner Deutung von Parks‘ Stücken dessen vielseitige und tiefgründige Klangsprache am Klavier in einen jazzorchestralen Kontext zu übersetzen.
19:00 Uhr ByteFM Tiefenschärfe mit Dirk Domin
Schwankend
Zwischen leiser House-Musik, Elektronik und Bass-Geschichten aus UK schwankt diese Sendung diesmal. Musik unter anderem von 2562, SP:MC, Maria Basel, James Din A4 und natürlich Margaux Gazur.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Gemeinsamer Atem: Naïssam Jalal & mehr Musik grenzenlos
Ein Blasinstrument zu spielen, heißt, mit etwas so Intimem wie dem eigenen Atem aus seinem Inneren heraus einen schönen Klang zu schaffen.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
Reihe: Literatur und Wissenschaft „Im Schatten zweier Sommer“
Ein Gespräch über den österreichischen Schriftsteller Joseph Roth
Mit dem Schriftsteller Jan Koneffke und dem Roth-Experten Dr. Jan Bürger
Moderation: Dorothea Westphal
Er war auch international sehr erfolgreich. Und doch ist über den Schriftsteller Joseph Roth wenig bekannt. Biografisch gesehen sei er ein Extremfall, meint der Roth-Experte Jan Bürger über den Autor, der aus dem galizischen Brody stammte und im Pariser Exil starb.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Philharmonie Berlin“
Hannah Eisendle: „heliosis“ für Orchester
Peter Tschaikowsky: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47
Beatrice Rana, Klavier; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Manfred Honeck
Aufzeichnung vom 24.05.2025
20:03 Uhr Bayern 2 Salon „Hörspiel & Podcast„
Seelenfänger: Diagnose Tod Folge 6: Pillen und Glitzer
Von Dennis Müller und Emeli Glaser
Regie: Susi Weichselbaumer BR 2025
„Zen ist die größte Lüge aller Zeiten“
Von Werner Penzel, Ikue Mori und Fred Frith
Zitate von Kodo Sawaki aus dem Japanischen von Muho Nölke
Originalton-Aufnahmen: Ayako Mogi
Realisation: Werner Penzel BR 2015
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Ich hab‘ Rücken“ Über Rücksichtslosigkeit, Rückenschmerzen und Rückhalt
Von Wort & Klang Kollektiv Regie: Philippe Brühl. Deutschlandfunk 2023
Die Bürokraft leidet an der Volkskrankheit „Rücken“, und der Gangsta-Rapper freut sich, dass es im Milieu einen gibt, der ihn beschützt. In beiden Fällen scheint das Rückgrat nicht stark genug, um den Anforderungen des Alltags standzuhalten.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
Zu Hause aufgenommen: Die französische Artrock-Band Lizzard
Aufnahme vom 18.3.2022. Mit Tim Schauen
Eine Engländerin und ein Engländer, die in Frankreich aufwuchsen und ein frustrierter Franzose, der ins Rock-Mutterland Großbritannien auswandern wollte: Die Mitglieder der Band Lizzard trafen sich per Zufall, sie blieben alle in Frankreich und ihr markanter Artrock-Sound ist kalkuliert hart und vor allem eigenständig. Zudem verwundert, wie das Trio es schafft, mit der Besetzung Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang einen derart vollen Sound zu erzeugen – der so gar nichts mit klassischem Power Rock gemeinsam hat. Fünf Alben hat die Band bislang veröffentlicht, zuletzt erschien 2024 „Mesh“. Lizzard spielt eine spannende Mischung mit Melancholie und Härte zwischen Metal, Progressive und dann wiederum auch mit Pop-Melodien. Es ist ja irgendwie auch ein bisschen eine britische Band – zumindest gefühlt.
22:00 Uhr ByteFM The Good Nightz mit Sebastian Hampf
Coexist – mit Skyence
Ein paar Neuheiten und ein Gast erwarten Euch heute. Mit Jochen Mader aka Skyence habe ich über sein neues Album “Exist / Coexist” gesprochen und wie er Musik, zeitintensive Hobbys und die Familie unter einen Hut bekommt.
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
37 Jahre Jazzgeschichte – Intakt Records
Das Zürcher Label Intakt Records spiegelt musikalische und gesellschaftliche Entwicklungen und präsentiert Gegenwelten. Manuela Krause im Gespräch mit Labelgründer Patrik Landolt, der jetzt mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wird.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Milestones
„Früher Meister der Slide-Gitarre“ Das Debütalbum von Ry Cooder (1970)
Am Mikrofon: Sebastian von Haugwitz
Als der 22-jährige Ryland Peter Cooder im Dezember 1970 sein erstes Album veröffentlichte, hatte er sich an der US-amerikanischen Westküste bereits einen Namen als Bluesgitarrist mit einem Faible für das Exotische gemacht und spielte neben akustischer und elektrischer Gitarre auch Banjo und Mandoline. Vor allem aber war er damals bereits ein virtuoser Slidegitarrist, den Musiker wie Captain Beefheart, Randy Newman und The Rolling Stones zu ihren Studioaufnahmen baten. Sein selbstbetiteltes Debüt besteht aus Adaptionen alter Blues-, Folk-, und Rock’ n‘ Roll-Songs. Ry Cooder, 1947 in Los Angeles geboren, präsentierte sich damit als Wiederentdecker und Bewahrer traditioneller amerikanischer Musikstile – ein Ansatz, den er in den folgenden Jahrzehnten ausweitete und bis heute verfolgt.
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Ein flüchtiger Moment von Lebendigkeit“ Der Tänzer Merce Cunningham
Von Bettina Brand (Wdh. v. 22.04.2019)
Zwei Ikonen der Moderne, der Tänzer Merce Cunningham und der Komponist John Cage, lebten und arbeiteten mehr als 50 Jahre zusammen. Entstanden sind zahlreiche Kompositionen und Choreografien, die vollkommen unabhängig voneinander entwickelt wurden. Als Basis diente eine Minimalverabredung, und das war die Dauer, erzählt Ty Boomershine, der selbst in der Company von Merce Cunningham in New York getanzt hat. Erst bei der Generalprobe begegneten sich die Künste: Musik, Tanz und dazu das Bühnenbild, das oft von namhaften Künstlern wie Robert Rauschenberg gestaltet wurde.
23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf
Am Tisch mit Ilona Otto, Gesellschaftliche Auswirkungen des Klimawandels
Wie können wir rasch und verträglich zu einer klimaneutralen Lebensweise kommen? Das ist ein Forschungsthema von Ilona M. Otto, die an der Universität Graz eine Professur für Gesellschaftliche Auswirkungen des Klimawandels hat.
23:03Uhr Bayern 2 Nachtmix
Lost and Found: Perlen aus der Popgeschichte. Mit Michael Bartle
In der heutigen Freitags-Ausgabe des Bayern 2 Nachtmixes geht es unter anderem um eine Ausstellung des Pop-Fotografen Anton Corbijn, der für U2 und Depeche Mode gearbeitet hat, aber auch David Bowie, Annie Lennox und Jodie Foster fotografiert hat. Außerdem gibt es Songs von der Incredible String Band oder von Kevin Coyne und Erlend Oye, die im Zündfunk rare Live-Sessions gespielt haben.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Dietrich Fischer-Dieskau 100 – Ikone des Gesangs (4/4). Mit Antonie von Schönfeld
Ein Bariton, der Generationen von Sängern prägt, sein Publikum begeistert und spaltet: Den einen war Dietrich Fischer-Dieskau der Gipfel an Liedkunst-Interpretation, den anderen zu ‚verkopft‘. Doch genau das ist sein Credo: Intellekt sei dem Gesang nicht feindlich, denken führe zu ’sicher geleitetem Tun‘. Klug war er, ein Hüne von ungeheurer Bühnenpräsenz, ein Sänger, Lehrer, Autor, Dirigent und Maler. Von der „Winterreise“ zu Wotan und Macbeth – an ihm vorbei kommt keiner. So wie damals, als er in seinem Berliner Kiez gerne mitten auf der Straße spaziert … Eine Begegnung zum 100. Geburtstag!
23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton
„Stefan Fraunbergers Quellgeister“ „Quellgeister #4: Kurzenaufstand“ von Stefan Fraunberger
Die Geschichte der Werkreihe „Quellgeister“ reicht rund 25 Jahre zurück. Damals absolvierte Stefan Fraunberger in Rumänien seinen Auslandszivildienst, in einem alten sächsischen Pfarrhaus. In den Nächten ging er oft in die Kirche gleich nebenan, um dort die von der Witterung schon reichlich gezeichnete Orgel zu spielen.
In den darauffolgenden Jahren erkundete Fraunberger noch weiterer verwaiste und der Witterung preisgegebene Kirchenorgeln in Rumänien, dabei interessierte er sich sowohl für deren klangliche Möglichkeiten als auch für den kulturellen Kontext. Mehrere Stücke und drei Veröffentlichungen entstanden. „Die vom deutschen Ingenieurgeist verlassenen Funktionsapparate wurden in die Wildnis entlassen“, schreibt der Künstler in einem begleitenden Text. „Zerfressene Registertrakturen gerieten in die Nähe eines „Wurmlochs #2“. Der löchrige Blasebalg wurde in den Ereignishorizont „Bussd #3″ gerissen. Die krachende Mechanik ist auf der anderen Seite auf der Oberfläche eines Planeten gecrashed.“