Am 2. Oktober wurde Django Bates 60 Jahre alt. Der einst als irrwitziges Wunderkind des britischen Jazz gefeierte Pianist und Komponist ist so kreativ wie eh und je. Das beweist seine neue, grenzenlos fantasievolle BigBand-Platte. Von Karsten Mützfeldt.
Wie wenige andere Jazzmusiker steht Django Bates für das Bild des hochgradig individuellen, originellen Künstlers. Er arbeitete solo und mit Sinfonieorchestern, beschäftigte sich intensiv mit Charlie Parker und den Beatles, bezog sich auf südafrikanische Musik und auf zeitgenössische Klassik. Oft zeugt sein Spiel von einem übersprudelnden Humor, immer wieder aber auch von inniger Zerbrechlichkeit. Bates‘ Ideen beschrieb der Saxofonist Evan Parker einmal als „aberwitzig clever“. Und sie sind es bis heute. „Tenacity“ (Beharrlichkeit) heißt Bates‘ aktuelle CD – eine Anspielung auf das keineswegs selbstverständliche Durchhaltevermögen, das es brauchte, um über vier Jahrzehnte einfallsreich zu bleiben. Das Album, eingespielt mit Bates‘ Trio Belovèd und der schwedischen Norrbotten Big Band, ist ein vorläufiger Höhepunkt seiner Arbeit – ein wahres Feuerwerk, ein Füllhorn sprudelnder Ideen, klanglich inszeniert mit der ihm eigenen Präzision und Perfektion.
Die Flut neuer Piano-Trio-Aufnahmen bringt viel Nebensächliches hervor, da schwimmt viel musikalisches Treibgut mit. Aber immer wieder gelingt es Jazzmusikerinnen…