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„Drei Frauen, ein Muster“ Buch über widerständige englische Künstlerinnen

Die britische Industrial-Musikerin Cosey Fanni Tutti beschreibt in ihrem Buch „Re-Sisters“, wie Erfindungsgeist von Frauen missachtet wurde. Von Uwe Schütte.

Eigensinn. Selbstbestimmung. Nonkonformität. Drei ungehorsame Frauen, drei ungehörige Leben zwischen anfänglicher Ächtung und verspäteter Anerkennung. Auf diesen Nenner lässt sich das neue Buch der britischen Industrialmusikerin und Künstlerin Cosey Fanni Tutti bringen. „Re-Sisters. The Lives and Recordings of Delia Derbyshire, Margery Kempe and Cosey Fanni Tutti“ verknüpft Biografien dreier Engländerinnen vom 15. bis zum 21. Jahrhundert: Die mittelalterliche Mystikerin Margery Kempe, die Elektronikpionierin Delia Derbyshire und schließlich Christine Carol Newby alias Cosey Fanni Tutti herself.



Drei Frauen mit bemerkenswerten Lebensläufen, die sich über Zeit und Raum überlappen. Denn ihnen gemeinsam ist der renitente Widerstand gegen die patriarchalische Ordnung. Ihr individueller Widerspruch gegen systematische Disqualifizierungen und Entmündigungen in der Suche nach Selbstbestimmung drückte sich aber nicht nur in einer nonkonformen, subversiven Lebensführung aus, sondern insbesondere in dem, was Tutti als „recordings“ bezeichnet.



Cosey Fanni Tutti: „Re-Sisters: The Lives and Recordings of Delia Derbyshire, Margery Kempe and Cosey Fanni Tutti“. Faber & Faber, London 2022, 400 Seiten, 21,99 Euro

TAZ, Kultur, 26.11.2022

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