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„Ein Gespenst geht um im Radio“ Wildes Denken feiert Karl Marx

Karl Marx wird 200. Manche haben schon von ihm gehört. Und wie alle Untoten und Unvergessenen geistert er umher, in Europa seit drei Jahrzehnten nicht mehr so häufig, aber wo noch so etwas wie Klassenkämpfe stattfinden, soll er gesehen worden sein – sowie immer wieder auf Papier.

Was tun mit diesem Philosophen, der laut dem Philosophen und Ex-Maoisten Alain Badiou kein Philosoph ist, weil sein Denken ein Ziel hat?
Mittlerweile haben sehr viele Arbeiter mehr zu verlieren als ihre Ketten. Im Gegenzug verwischte, welche Welt noch zu gewinnen wäre. Weltrevolution zieht nicht mehr (ja, Slavoj Zizek, nicht einmal mehr als Bürgerschreck). Der Fetischcharakter der Ware wird nicht kritisiert, sondern gefeiert. Entfremdung ist überall, stört aber keinen mehr. Zugegeben, auch Wildes Denken wurde von der Bourgeoisie – oder wem auch immer – des mit frommer Scheu betrachteten Heiligenscheins entkleidet. Vielleicht ist es Zeit für ein neues Manifest?

 

 

© Bayern 2, Nachtstudio, 27.3.2018

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