Ernst von Siemens Musikpreis 2024: Komponistin Unsuk Chin im Porträt
Die in Südkorea geborene Komponistin Unsuk Chin ist seit Jahrzehnten international erfolgreich. Jetzt wird sie mit dem renommierten Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet. Wie sich ihr Vorname in ihrer Kunst spiegelt – und wie sie es schafft, ihre Träume in Klangräume zu verwandeln, das erfahren Sie im Portrait. Von Johann Jahn, Online-Bearbeitung: René Gröger.
„Von meiner Kindheit an hatte ich sehr oft sehr lebendige Träume, mit viel Licht und Farbe, vom Weltraum, Kosmos oder von explodierenden Sternen – also meine Nächte waren immer sehr unruhig“, sagt Komponistin Unsuk Chin. Doch wie klingen Träume eigentlich? Die Südkoreanerin gibt uns seit Jahrzehnten Anregungen. Dabei will sie vor allem dem Gefühl in dieser magischen Fantasielandschaft eine Stimme geben.
Schillernde Farben und Töne
Es ist ein Gefühl, das man nur schwer in Worte fassen kann – wir kennen das alle, wenn wir aufwachen und uns versuchen, an einen Traum zu erinnern. Die Musik von Unsuk Chin macht es hörbar: da entsteht oft ein schwindelerregender Sog, da huschen klirrende Kaskaden quer durch Partitur und Raum, da stoßen Instrumente andere an und schnell weiß man nicht mehr genau, welcher Ton von wem stammt, wann er zum Klang wird und wohin er weiterzieht. Ein schillernder Farbenreichtum, der schon da ist, bevor es losgeht.
© BR Klassik, 25.1.2024