Europe Jazz Media Charts November 2025
Aus den europäischen Jazzredaktionen kommen folgende Musiktipps zu Euch und das passt doch perfekt zum Bandcamp Friday! Mit Tomasz Stańko, Thomas Morgan, Jussi Reijonen, Širom, Laura Jurd …
Thomas Morgans erstes eigenes Album nach vielen Jahren als prominenter Künstler in der Szene. Es handelt sich um eine Reihe von 9 Duetten, in denen WOOD, ein von Morgan selbst entworfenes Instrument, eine wichtige Rolle spielt. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Koto (Japan), Gayageum (Korea) und Cimbalon (Ungarn). Ich erinnere mich noch gut daran, als ich Thomas Morgan zum ersten Mal spielen sah. Das war im Mai 2011 im Bimhuis in Amsterdam mit dem Sylvie Courvoisier/Mark Feldman Quartett. Morgan hatte diesen typischen Moment des Zögerns, bevor er einen Ton auf seinem Bass anschlug. Als müsste er sich extra vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Er war einer der wenigen jungen Bassisten, die ich nie mit Elektronik oder erweiterten Techniken gesehen habe. Als ich ihn danach fragte, sagte er mir, dass es auf konventioneller Ebene noch so viel zu entdecken gäbe. Nach seiner Zeit in den Gruppen von Sylvie Courvoisier habe ich ihn viele Male aus nächster Nähe bei der Entstehung und Entwicklung der Gruppen von Jakob Bro mit Jon Christensen und Joey Baron erlebt. Und natürlich habe ich ihn auch bei seiner Zusammenarbeit mit Masabumi Kikuchi und Paul Motian begleitet. Thomas Morgan hat einen wirklich faszinierenden biografischen Essay geschrieben. Es ist ein außergewöhnliches Dokument über die Wechselbeziehungen zwischen Programmierstrategien und der Gestaltung von Musik, die Morgan seit seiner Jugend beschäftigt haben. Soweit ich sehen kann, gibt es keine veröffentlichten Interviews mit Morgan, außer dem aufschlussreichen Gespräch mit Jørgen Leth in der Dokumentation „Music For Black Pidgeons“. Morgans Essay füllt diese Lücke auf hervorragende Weise. Nehmen Sie sich also etwas Zeit zum Lesen. Es handelt sich um einen Gastbeitrag auf Ethan Iversons Substack. Morgan spielt auf diesem Album mit Bill Frisell, Ambrose Akinmusire, Henry Threadgill, Emmanuel Wilkins, Craig Taborn, Dan Weiss, Gerald Cleaver und in Zusammenarbeit mit dem Dichter Gary Snyder. © Text: Henning Bolte
© europejazz.net, 11/2025
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