„Ex & Pop“ Wer ist er und was ist sie für dich? von Klaus Walter

Mehr Crossgender Music oder Boy meets Girl meets Girl meets Nonbinär. Mehr Genderverkehrte Coverversionen, Genderverquerte Coverversionen und Genderverqueerte Coverversionen.

Die Musikerin Masha Qrella, 1975 in Ost-Berlin geboren, erzählt, wie sie für ihr Album „Woanders“ Gedichte von Thomas Brasch vertont hat, der in der DDR als Sohn eines hohen Funktionärs aufgewachsen ist und später in den Westen ging. Der Sänger und Autor Jens Friebe beschreibt, was sich an „Same Love“ von Macklemore & Ryan Lewis verändert, wenn Angel Haze den Song in einen Rant gegen Homophobie verwandelt. Christina Nemec aka Chra begründet, warum ihre ehemalige Band SV Damenkraft bei ihrem Cover von Roxy Musics „Ladytron“ den Text verändert hat.

Auch die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián hat Roxy Music gecovert, gleich mehrfach. Sind das Crossgender-Fassungen? Und was hat das mit dem Brexit und der Sehnsucht nach dem alten Europa zu tun? Mit ihrer Band Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.) interpretierte Michaela Melián „She acts like a woman should“ von Marylin Monroe. Gesungen hat allerdings ein Mann. Ihr Ehemann Thomas Meinecke. Didi Neidhardt, Autor der Linernotes zu einer Werkschau von F.S.K. und als Low Profiler Produzent von zukunftszugewandtem Dub erzählt die Geschichte von Jonny, dem von diversen Genders zum Geburtstag gratuliert wurde, unter anderem von Marlene Dietrich, deren „Fesche Lola“ wiederum gecrossgendert wurde von der Düsseldorfer Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) deren Sänger den Vornamen Gabi trug.

Juliane Streich, Herausgeberin von „These Girls – Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte“ kannte „Wicked Game“ von der all female Schweizer Band Les Reines Prochaines bevor sie das berühmte Original von Chris Isaak hörte.
Jan Niklas Jäger schrieb in „These Girls – Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte“ über „You don´t own me“, die Selbstermächtigungshymne von Leslie Gore und was damit passiert, wenn der queere Klaus Nomi das singt. Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderforscherin an der Uni München, spricht über die Gender Politics von Mykki Blancos Rezitation des Gedichts „I Want A Dyke For President“ von Zoe Leonard.

Also starring: Pixies, A.A. Williams, Tkay Maidza, The Breeders, The Beatles…


http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/Open-Sounds-ExundPop-27-3-2021.mp3

© WDR 3, Open Sounds, 27.3.2021

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