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Fernando Pessoas Spiel mit Identitäten

Portugals bedeutendster Autor der Moderne arbeitete nicht nur mit einem literarischen Alter Ego. Eine Spurensuche von Christina Höfferer.

Er schlüpfte in viele Persönlichkeiten in seinem literarischen Schaffen: Fernando Pessoa, einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. 72 Heteronyme zählt Richard Zenith, der englische Übersetzer des portugiesischen Autors. Heteronyme sind eigenständige literarische Persönlichkeiten – mit eigenen Biografien, Schreibstilen, Themen und Motiven. In seinen Texten zeigt sich der 1888 geborene Autor extrem wandelbar. In Lissabon führte Pessoa eine bürgerliche Existenz. In dem Haus in der Rua Coelho da Rocha, wo er seine letzten 15 Lebensjahre verbrachte, ist heute eines der schönsten Museen Portugals für den Dichter eingerichtet. Pessoas Hauptwerk ist das „Buch der Unruhe“. Es ist ein Konvolut von Notizen, das erst knapp 50 Jahre nach dem Tod des Autors veröffentlicht wurde. Hier handelt es sich um die Tagebücher des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares, eines von Fernando Pessoas Heteronymen. Der Schönheit der Dinge wollte der Autor auf den Grund gehen und der Seele des Weltalls nachspüren. Den herkömmlichen Glauben ersetzte er durch eine eigene Philosophie, die er vielstimmig entwickelte.



© Ö1, Diemensionen, 8.1.2024

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