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Filmdienst Filmtipp: Caught by the Tides

Von Lukas Förster. Ein zwei Jahrzehnte umspannendes Liebesdrama um eine Sängerin und ihren Boss und Freund, die sich vor dem Hintergrund der sich wandelnden chinesischen Gesellschaft trennen und wiederbegegnen.

Einen Film zu drehen heißt für Jia Zhang-ke schon seit geraumer Zeit mindestens, vielleicht aber sogar vor allem, Zhao Tao zu filmen. 2000 stand die Schauspielerin in „Platform“ zum ersten Mal für ihn vor der Kamera. Seither war sie in fast allen Filmen von Jia zu sehen, den sie im Jahr 2012 auch heiratete. Zhao Tao hat Gangsterbräute für ihn gespielt und Tänzerinnen, unglücklich Liebende und in „A Touch of Sin“ auch einen todbringend das Messer schwingenden Racheengel.

Im neuen Film ihres Ehemanns spielt sie streng genommen ebenfalls eine fiktionale Figur und trägt den Namen Qiao Qiao; aber die Frau, die das Kraft- und Ruhezentrum von „Caught by the Tides“ bildet, eines ansonsten im besten Sinne unruhigen Films, ist in erster Linie die Schauspielerin Zhao Tao – und höchstens in zweiter Linie eine Figur in einer ausgedachten Geschichte. Der Grund dafür: „Caught by the Tides“ ist nur zum geringeren Teil aus neu gedrehtem Material gefertigt. Zum größeren Teil besteht er aus Ausschnitten aus alten Jia-Filmen, nicht verwendeten Szenen älterer Filmprojekte sowie disparatem dokumentarischem Material, das Jia über die Jahrzehnte angesammelt hat.

© Filmdienst, 12.5.2025

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