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Filmdienst: Zwischen Misanthropie und Zärtlichkeit – Bertrand Blier

Ein Nachruf von Josef Schnelle auf den französischen Regisseurs Bertrand Blier (14.3.1939-20.1.2025), der provozierende und zugleich zärtliche Filme drehte.

Der französische Regisseur Bertrand Blier verstand sich darauf, sein Publikum zu polarisieren. Die eine stöhnten über seinen Missmut, die andere lobten seine Zärtlichkeit und Originalität. Wie kaum ein anderer hatte er ein Gespür für das Abgründige, das er mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors aufspießte. Im Alter von 85 Jahren ist er jetzt in Paris gestorben.

Beinahe mit jedem seiner Filme löste der französische Regisseur Bertrand Blier zuverlässig einen Skandal aus. Dennoch konnte er sich in Frankreich eines Millionenpublikums sicher sein. Er entdeckte Gérard Depardieu, als der noch ein ungeschliffener Rohdiamant war, und wurde für seine eleganten, aber dennoch zupackenden Dialoge bewundert. Er schrieb Romane und Drehbücher für andere Regisseure und beherrschte in den 1970er- und 1980er-Jahre die Debatten um das französische Kino. Sein Publikum war dabei in der Regel gespalten. Die einen beklagten seine chronische Misanthropie. Die anderen lobten die Zärtlichkeit und Originalität seiner Inszenierungen.

© Filmdienst, 4.2.2025

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