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Fluxus 60 – Die Wiege steht in Wiesbaden. Teil 1 von Stefan Fricke

Zu Fluxus führen viele Wege, aber keiner an Wiesbaden vorbei. Im dortigen Städtischen Museum finden an den Wochenenden zwischen dem 1. und 23. September 1962 Internationale Festspiele Neuester Musik statt. Eine Mammutveranstaltung, die erstmals auch die Vokabel „Fluxus“ in die Öffentlichkeit trägt.

14 Konzerte mit Aufführungen von über 100 Werken programmiert Festival-Organisator und „Fluxus“-Wort-(Er-)Finder George Maciunas, damals in Wiesbaden als Grafiker bei den US-Streitkräften tätig. Vor allem sind das jüngere Kompositionen aus dem weiten Feld der Neuen Musik, wie sie bei den Darmstädter Ferienkursen oder bei Pariser Konzerten elektronischer Musik präsentiert werden. Aber eigentlich schwebt Maciunas, der vor Wiesbaden schon in New York ein paar Konzerte mit avancierter Kunstmusik organisiert hat, etwas anderes vor: „very new music“, neueste Musik, die frischer sein soll als die von John Cage und als die von Karlheinz Stockhausen, den einige Fluxisten bald mithin wüst attackieren, allemal. Doch im Wiesbadener September ‘62 geht es  recht gesittet zu. Allerdings kommen viele der programmierten Stücke gar nicht zur Aufführung, dafür manch andere, etwa eine heftige Klavierzerstörung. Ein musikalischer Rückblick auf die Wiesbadener Fluxus-Pläne und -Wirklichkeiten.



© HR 2, The Artists Corner, 1.10.2022

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