Georges Brassens – mehr als ein Minnesänger der modernen Zeit von Karl Lippegaus
Viele seiner Chansons sind heute Klassiker: Georges Brassens war ein Autodidakt, der sich seinen Weg suchte und über 200 Chansons schrieb. Und weil anfangs keiner seine Lieder singen wollte, tat er es selbst. Der Freidenker kämpfte gegen Intoleranz und Fanatismus – ohne sich je der Masse anzuschließen.
„Ich habe angefangen, Chansons zu schreiben, weil alle bei uns sangen – mein Vater, meine Mutter, meine Schwester, auch meine Großeltern und alle meine Freunde. Das Radio lief, man sang, alles gefiel uns. Aber erstmal hat mich die Musik interessiert.“
Die Wörter ergeben den Rhythmus. Der gelangt auf die Straße und die französische Jugend erkennt sich wieder in den Chansons von Georges Brassens.
„Texte waren mir anfangs egal, ich konnte noch gar nicht sagen, ob etwas Unsinn war. Ich schrieb schon kleine Musikstücke, als ich zur Schule ging. Bald wurde mir klar: es musste alles korrekt geschrieben sein. Bei den Dichtern fiel mir auf, dass es kaum Musik gab, die ihrer Lyrik gerecht wurde. Wer mir zuhört, vergisst die Musik.“
© Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 22.10.2021