„Graffiti in der Neuen Musik (1)“ Werke von Detlev Glanert, Magnus Lindberg, Unsuk Chin und Johannes S. Sistermanns

Für die einen sind sie Vandalismus, für die anderen Kunst: Graffiti. Die bild- und zeichenhaften Interventionen im öffentlichen Raum haben auch Spuren in der zeitgenössischen Musik hinterlassen. Mit Stefan Fricke.

Werktitel und Werkkommentare… Wir brauchen sie. Die Komponistinnen hingegen vielleicht nicht einmal. Aber ohne Namen lässt sich vieles kaum ansprechen. Über Graffiti in der Musik ließe sich kaum reden, gäbe es nicht Autorinnen, die ihre Stücke so betitelt hätten. Die Motivation, eine Komposition als Graffiti auszuweisen, dürfte für jede und jeden eine andere gewesen sein. Wahrscheinlich, weil er oder sie die anonym auf Wände, Züge oder andere Stellen im öffentlichen Raum gesprühten, mit fetten Markern geschriebenen Wörter, Tags, Symbole oder Sprüche interessant, verstörend oder aussagekräftig fand und sie ideell, mithin strukturell in die musikalische Konzeption hat einfließen lassen.



Detlev Glanert (* 1960): „Vier Graffiti-Lieder“ (1991) für Sopran und Ensemble op. 25
Norma Enns, Sopran
Ensemble L’Art pour L’Art
(Aufnahme: 10. Februar 1992, Staatsoper Hamburg)

Magnus Lindberg (* 1958): „Graffiti“ (2009) für Kammerchor und Orchester
Helsinki Kammerchor
Sinfonieorchester des Finnischen Rundfunks
Dirigent: Sakari Oramo
(Aufnahme: 23. Mai 2009, Finlandia Hall, Helsinki)

Unsuk Chin (* 1961): „Graffiti“ (2012/13) für großes Ensemble
SWR Symphonieorchester
Dirigent: Tito Ceccherini
(Aufnahme: 7. Mai 2017, Philharmonie Köln)

Johannes S. Sistermanns (* 1955): „Wall Streets“ (2021). Elektroakustische Musik
Auftragswerk des Hessischen Rundfunks
Ursendung

© HR 2, Konzertsaal, 9.12.2021

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