Hinreißender Film von Laurie Anderson „Von der Verletzlichkeit der Lebewesen“
Laurie Andersons Filmessay „Heart of a Dog“ ist eine visuell-akustische Komposition.
In ihr vergegenwärtigt sie die Toten, die sie liebt.
Federleicht fühlt es sich an, beim Fahren durch die vorbeieilenden Baumkronen hindurch in den Himmel zu schauen. In Laurie Andersons hinreißendem Filmessay „Heart of a Dog“ kehren solche unbewussten, seit Kinderwagentagen gespeicherten Bilder elementaren Kinoglücks wieder.
Die Perspektive von Kindern und Hunden, die ihre Bewegungslust am Boden ebenso genießen wie den Ausblick in die Traumzone des Himmels, ist eines der suggestiven Elemente ihres Films, vielleicht das elementarste.
Mit gezeichneten und animierten Selbstporträts, Anmutungen von fiktionalen Spielszenen, Foundfootage aus den Homemovies ihrer Familie, Bildern ihrer Liebsten und einem für ihren smarten Rock-Jazz-Stil charakteristischen Filmscore überblendet und mischt Laurie Anderson diese Fragmente zu einer schwerelosen visuell-akustischen Komposition, die, wie immer in ihrer langen Karriere als Performancekünstlerin, Geschichten unterlegen, die sie mit ihrer hellen, heiter entspannten Stimme in einem suggestiven Duktus erzählt….
© TAZ, 30.3.2016, Claudia-Lenssen
DER FILM
Laurie Anderson
(Buch, Regie, Musik): „Heart of a Dog“. Dokumentarfilm,
USA 2015, 75 Min.