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„Ich schreibe, was mir in den Stift kommt.“ Die Briefe des Vincent van Gogh.

„Ungeheure, ausgestreckte Felder unter wolkigem Himmel“, kündigte Vincent van Gogh seinem Bruder in einem seiner letzten Briefe an; Landschaften, die seine „ganze Traurigkeit und äußerste Einsamkeit“ ausdrücken sollen. Gefühle, die er mit Worten nicht beschreiben konnte.

Feature von Barbara Zeithammer

Bevor Vincent van Gogh Künstler wurde, war er vieles: Kunst- und Buchhändler, Hilfsarbeiter und -Prediger, Student und Evangelist. Eines hat er aber immer getan: geschrieben. Über 800 Briefe von ihm und an ihn sind erhalten, teils autobiografische, tagebuchähnliche Bemerkungen aber auch tagesaktuelle Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Ereignissen oder Alltägliches aus dem Künstlerdasein. Die meisten seiner Briefe schrieb er seinem um vier Jahre jüngeren Bruder Theo, der sein bester Freund, seine wichtigste Bezugsperson und sein – wenn auch wenig erfolgreicher – Kunsthändler war.

Für Theo hat er seine Zeilen mit Zeichnungen versehen. In den Briefen an den Bruder entwirft Vincent van Gogh literarisch die Bilder, die er später malt. Es scheint fast so, als hätte er seine Gedanken, Eindrücke und Ideen zuerst in Wort und Schrift geordnet und dann erst zu Farbe und Pinsel gegriffen. „Es ist ebenso interessant und schwer, etwas gut zu sagen, wie es gut zu malen ist“.

© Ö1, Tonspuren, 5.1.2020

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