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„Im Anfänglichen läuft keine Spur…“ Werke von Franz Martin Olbrisch und Helmut Lachenmann

Sein Weg zum Komponisten war „kafkaesk“. Zuerst machte der seit 2008 an der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ lehrende Franz Martin Olbrisch (* 1952) eine Ausbildung zum Landvermesser. Dann folgte das Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste in West-Berlin.

Das Kunstverständnis von Franz Martin Olbrisch (1952 in Mülheim an der Ruhr geboren und seit Studienzeiten in Berlin lebend) beruht auf Kommunikation. Deshalb und wegen der Neugierde an künstlerischen, die Musik erweiternden Ausdrucksmöglichkeiten finden sich in seinem Oeuvre viele multimediale und bildstarke Klanginstallationen. Zugleich hat der bekennende Ästhetik-Elektroniker etliche Orchesterwerke geschaffen; zwei davon – „craquelé“ (2010) und „Grain“ (2005) – hat das hr-Sinfonieorchester (ur-)aufgeführt.

Weitere Ensemblewerke, darunter „coupures de temps…“ (2009/10), sind auf Anregungen international renommierter Spitzenformationen der neuen Musik entstanden. Andere Stücke wie die elektroakustische Miniatur „fluido“ (2015) realisierte Olbrisch für ganz spezielle Anlässe, etwa zum 80. Geburtstag des von ihm überaus geschätzten Kollegen Helmut Lachenmann, dessen Orchesterwerk „Tableau“ (1988/89) ebenfalls in diesem hr2-Konzertsaal zu hören sein wird.



© HR 2, Konzertsaal, 13.1.2022

Franz Martin Olbrisch: „Grain“ für großes Orchester (2005)
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Sian Edwards
(Aufnahme: Frankfurt, hr-Sendesaal, 13. Mai 2007)

Franz Martin Olbrisch: „Craquelé“ für großes Orchester (2010)
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Roland Kluttig
(Aufnahme: Frankfurt, hr-Sendesaal, 22. Oktober 2010)

Franz Martin Olbrisch: „fluido“ (2015).
Elektroakustische Komposition

Helmut Lachenmann: „Tableau“ (Stück für Orchester) (1988/89)
Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken; Leitung: Hans Zender
(Aufnahme: Saarbrücken, SR-Musikstudio 5. Oktober 1989)

Franz Martin Olbrisch: „coupures de temps…“ für Flöte, Violine, Viola, Violoncello, Schlagzeug und Live-Elektronik (2009/10)
Studio for New Music Ensemble Moscow; Live-Elektronik: Franz Martin Olbrisch; Leitung: Vladimir Gorlinsky

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