JazzFacts: „Der Tastentüftler aus Salzburg“ Portrait des Pianisten und Keyboarders Georg Vogel
Von Michael Rüsenberg. Wer Brad Mehldau lobt, etwa die Unabhängigkeit von linker und rechter Spielhand des Pianisten, der muss von Georg Vogel schwärmen.
Hörer, denen man das Trio GeoGeMa vorspielt, fragen gerne: „Trio? Da ist doch noch einer! Wer ist der Bassist?“ Georg Vogel erledigt dessen Job mit der linken Hand auf dem Keyboard, während er mit der rechten auf dem Piano improvisiert. Vogel, 37, ist nach Elias Stemeseder, 35, schon das zweite Großtalent aus einem Salzburger Gymnasium. Wobei der Jüngere den Älteren „Vorbild“ nennt: „Georg hat, seit ich ihn kenne, nur die Musik gemacht, die Georg Vogel macht“. Und dazu reichen ihm in manchen Projekten die zwölf Tasten für eine Oktave auf dem Keyboard nicht. Da spielt er in einem System von 31 Tasten (gleich 31 Töne) pro Oktave. Auch der neue Trend der Mikrotonalität im Jazz kennt keinen Durchtriebeneren als Georg Vogel.
© Deutschlandfunk, JazzFacts, 24.7.2025