Jazzfestival in Frankfurt: Sound des Saxofons
Einer der Höhepunkte des 53. Jazzfestivals ist der Auftritt der Tenor- und Sopransaxofonistin Ingrid Laubrock. Von Stefan Michalzik.
Erstmals nach zwei Jahren der Einschränkungen findet das Deutsche Jazzfestival in Frankfurt in seiner 53. Ausgabe wieder unter äußerlich normalen Bedingungen statt. Ansehnlich besetzt ist der Sendesaal des Hessischen Rundfunks an den ersten beiden Abenden, nicht ausverkauft, allerdings wie sonst so oft. Der vor einigen Jahren eingeführte populäre Eröffnungsabend in der Alten Oper ist diesmal gestrichen; angesichts eines immer noch eingeschränkten Zuspruchs bei zahlreichen Kulturveranstaltungen erschien dem Sender das wirtschaftliche Risiko zu groß. Eingestrichen zudem das Programm des Festivalkerns im Sendesaal mit nur zwei anstelle der sonst üblichen drei Positionen an den ersten beiden Tagen. Einen Eindruck von Fülle suggeriert stattdessen die neu eingeführte Nacht der Clubs in der Stadt.
Das Programm stellt sich in erster Linie als breit gestreut dar. Eine gewisse Fokussierung auf das Saxofon, lässt die Jazzredaktion des hr wissen, habe sich unwillkürlich ergeben. In einem weiten Spektrum zwischen deftig hinlangendem gemeinschaftlichem Powerplay und einem kraftvoll expressiven Lyrismus bewegen sich die Texturen der seit vier Jahrzehnten mit wenigen Umbesetzungen existierenden Supergroup Quest um David Liebman.
© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 28.10.22