jazzhalo.be – Musiktipp: Atlantis Jazz Ensemble – Mystic Suite / Marlow Records
Von Georges Tonla Briquet. „Mystic Suite“ stammt nicht, wie der Bandname vermuten lässt, aus den Archiven der versunkenen mythischen Insel Atlantis, sondern aus den Metropolitan Studios im kanadischen Ottawa.
Es ist das dritte Album eines Quintetts, bestehend aus zwei Bläsern (Trompeter Ed Lister, Altsaxophonist Zakari Frantz) und einer Rhythmusgruppe aus Klavier (Pierre Chrétien), Bass (Chris Pond) und Schlagzeug (Mike Essoudry). Tenorsaxophonist Petr Cancura und Perkussionistin Marielle Rivard waren als Gastmusiker dabei. In einem Text im Booklet beziehen sie sich auf die Asphodel-Felder aus der ebenso mythischen Unterwelt des Hades. Außerdem nennen sie Coltrane, Sun Ra und Miles als ihre Vorbilder. Dazu passen Titel wie „Damocles“, „Persephone“, „Elysian Fields“ und „Gates Of The Sun“.
Der typische Sound eines Fender Rhodes und eine Bläserfront sorgen für einen kraftvollen Einstieg. Soli des Tenorsaxophonisten und des Trompeters unterstreichen die Entschlossenheit. Es ist beeindruckend, wie sich alles letztendlich zu einer Mischung aus Soul-Jazz und Mambo entwickelt. „Spirits Unseen“ ist wiederum ein klarer Verweis auf Coltrane, aber auch auf Paul Desmonds „Take Five“. Außerdem hören wir eine Abfolge von eher luftigen und geschmeidigen Melodien, Bossa-ähnlichem Jazz und einer Passage, die stark an „Soul Makossa“ von Manu Dibango erinnert. Hinzu kommen gelegentlich stilisierte afrikanische Percussion-Einflüsse, gewürzt mit einem Hauch von Mystik.
Das bearbeitete Kunstwerk auf dem Cover stammt vom norwegischen Maler Fridtjof Nansen. Wer sich auch die vorherigen Alben („Oceanic Suite“, „Celestial Suite“) zulegt, besitzt damit die komplette Trilogie. © Texte: Georges Tonla Briquet
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