„Jeder Song ist ein Biest für sich“ Indie-Popstar Sophia Kennedy und ihr Album „Monsters“

Sie macht den Underground zur Showbühne: Musikerin Sophia Kennedy packt Dubstep-Versatzstücke und Elektrospielereien in klassisches Songwriting. Von Julia Lorenz

Wenn die Welt brennt, will Sophia Kennedy Händchenhalten im Park. Genauer gesagt will das die Erzählerin, die im Song „Orange Tic Tac“ die Apokalypse bestaunt: roter Himmel mit roten Käfern, zuckende Lichter, Hitze. Die Stadt steht in Flammen, aber eine hat Spaß – „das könnte auch aus einem Marvel- oder DC-Comic sein, so ‚Joker‘-mäßig“, sagt Kennedy.

Anders als bei Künstler:innen, die das Wesen des Bösen notfalls auch mittels Humor verstehen wollen, verbirgt sich hinter Kennedys Musik aber eben nicht die Lust auf ein bisschen Gewaltporno. Ihre Figuren stehen nicht blutrünstig wie der Joker in der ersten Reihe, wenn die Welt aus den Fugen gerät; sie gehen wie im Song „Orange Tic Tac“ erstmal eine Runde Karussell fahren.

© Der Tagesspiegel, Kultur, 5.5.2021

One comment

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: