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„Jenseits der Taste“ Konzepte des präparierten und erweiterten Klaviers.

Von Hubert Steins. John Cage gilt als Erfinder des präparierten Klaviers, aber die Suche nach neuen Spieltechniken und Klängen für das Instrument ist noch längst nicht beendet. Neben Hubert Steins erläutert der Pianist Philip Zoubek auf und in seinem Instrument neuestes Präparationshandwerk.

John Cage war der Erste:. Er fügte dem Klavier Gegenstände hinzu, fädelte sie durch die Saiten und veränderte damit den Klang. Hiermit stieß er eine Suche nach ungewöhnlichen Spieltechniken und Klängen für das Instrument an, die noch längst nicht beendet ist.

In mehreren Exkursen befragt Hubert Steins den Pianisten Philip Zoubek nach den neuesten Präparationsmöglichkeiten.

Blick in die Geschichte des „präparierten“ Klaviers

Mit „The Banshee“ von Henry Cowell, einer Komposition, die 1925 bereits alle wichtigen Spieltechniken im Inneren des Klavierkorpus verlangte, betreten wir die Welt des Inside-Piano-Spiels und später dann natürlich die des präparierten Klaviers, das John Cage Anfang der 1940er Jahre unter dem Einfluss von Cowell entwickelte.

Seinerzeit noch umstrittene Abweichungen von der traditionellen Pianistik, sind diese Spieltechniken heute selbstverständliches Handwerk.

Klangliche Parallelwelt

In den rund 100 Jahren des erweiterten und den rund 80 Jahren des präparierten Klaviers hat sich auf dem Instrument eine markante, ausdifferenzierte Klanglichkeit entwickelt, die neben dem traditionellen Spiel wie eine pianistische Parallelwelt anmutet.

Diese Welt besteht aus einer Vielzahl inzwischen etablierter Techniken und Präparationen, aber in ihr sind überraschenderweise bis heute noch kleine, neue Findungen des erweiterten Spiels und der Präparation möglich. So wird sich dann der Klangkosmos des erweitert gespielten Klaviers auf unabsehbare Zeit stetig durch kleine aber feine Nuancen erweitern. 



© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 7.11.2023

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