Was wäre Krautrock, wenn man nicht an die manischen Synthesizerspieler denken würde? (Obwohl das dann mit "Rock" oft gar nicht…
So, nun sind wir mit der vierten Staffel endlich angekommen, im „Echten Krautrock“. In den nächsten fünf Episoden wird sich das Krautrockmuseum auf den Ereignissen in deutsch(sprachig)en Landen widmen. Denn es gibt sie ja, die unverwechselbaren Charakteristika. Von Florian Zwißler.
Um gleich mit einer steilen These hervorzutreten: Experimentieren, Praktizieren, Montieren – statt zu Komponieren. Also: ab in den Übekeller (oder Studio, wer hat), alles auf den Kopf stellen, was Füße hat; die Instrumente gegen den Strich bürsten; alles, was klingt, zu prüfen, ob für die eigene Musik tauglich. Dann: tage- und nächtelang spielen, spielen, spielen und aufzeichnen. Schließlich: das brauchbarste montieren – zu LPs oder Musikkassetten, oder was auch immer.
So schießt Musik ins Kraut (und dabei sind Kräuter behilflich) und führt zu Ergebnissen, die, nun ja, „Echter Krautrock“ sind.
- Tangerine Dream – Electronic Meditation (1970) – Genesis
- Klaus Schulze – Irrlicht (1972) – Exil Sils Maria
- Ash Ra Tempel (& Timothy Leary) – Seven Up (1973) – Space
- Kluster – Zwei Osterei (1971) – side one
- Can – Tago Mago (1971) – Paperhouse
- Can – Tago Mago (1971) – Aumgn
- Agitation Free – Malesch (1972) – Ala Tul
© WDR 3, Diskurs, 28.4.2023
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