Kulturforum Reingehört: Abronia – Shapes Unravel / Cardinal Fuzz / Feeding Tube Records
Von Gerhard Emmer. Auf dem Platten-Cover eine heilige Skulptur, vermutlich mit Photoshop in die Himalaya-Landschaft hineinsystematisiert, als optischer Aufmacher für die Vortonung des Totenbuchs der Tibeter als Psychedelic-Oper, oder was der Combo Abronia zu ihrem neuen Album ‚Shapes Unravel‘ auch immer als Konzept vorgeschwebt sein mag, hinsichtlich psychedelischer Klang-Mystik wurde zu dem Gewerk jedenfalls nicht gekleckert.
Auch wenn das Meditative bei der opulenten Klangmalerei schnurstracks hinten runter fällt, ins Nirvana oder in andere schwarze Löcher. Tatsächlich geht es laut Abronia-Frontfrau Keelin Mayer in den Songs um wesentlich profanere Dinge, das Konsum-Verhalten während der Pandemie, Ladendiebstahl im Drogenrausch – weit entfernt von höheren Bewusstseinszuständen, induziert durch fernöstliche Heilsbotschaften.
© Kulturforum, 34.3.2026