Limpe Fuchs „Dröhnend, leiernd, brummend“ Porträt einer großen Klangforscherin

Limpe Fuchs gehört zu den Pionierinnen der improvisierten Musik. Ein Besuch im Atelier einer eigenwilligen und mutigen Künstlerin. Von Jens Uthoff.

Zwei Sätze braucht Limpe Fuchs, um eine Biografie von 80 Jahren auf den Punkt zu bringen. „Es ist ein Leben für den Klang. Es ging immer darum hinzuhören, statt wegzuhören, sodass man merkt, wie geräuschhaft die Welt eigentlich ist“, sagt die Musikerin, während sie durch ihr Atelier schlendert. Klänge der Außenwelt hätten sie schon immer fasziniert.



Als kleines Kind hörte sie zu, als der folkloristische Schäfflertanz auf der Straße aufgeführt wurde und das Bom-bom-bom der großen Trommel durch die Straßen hallte; als Heranwachsende mochte sie es, wenn das Radio rauschte, zischte und knarzte, und dann war sie auch immer wieder vom Gegenteil des Lärms fasziniert: Stille. „Früher bin ich Heiligabend oft hinausgegangen und habe mir die Stille angehört. Jetzt gibt es das hier nicht mehr, irgendwo fährt immer jemand mit dem Auto herum. Stille finde ich auch interessant.“



Als sie dies erzählt, sitzt Limpe Fuchs auf einer Bank in ihrem Haus in Emertsham bei Peterskirchen. Der Ort liegt tief im Süden Bayerns unweit des Chiemsees, hier lebt Fuchs – mit Unterbrechung – seit 1964 in einem alten Pfarrhof, der einst eine bekannte Künstlerkolonie war. Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla, Peter Zadek, Helmut Lachenmann, das Krautrockduo Popol Vuh – sie alle gastierten oder arbeiteten zeitweilig hier. Fuchs ist geblieben.





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