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„Lob der Langeweile“ Warum das größte Problem der modernen Welt zugleich der Schlüssel zur Selbsterkenntnis ist

Der Mensch ist ein Wesen, das sich langweilt und deshalb Stimulantien braucht. Die Unruhe, die dadurch entsteht, hält unsere moderne Gesellschaft lebendig.

Von Norbert Bolz

Natürlich ist es wohlfeil, eine Negativbilanz der Langeweile zu ziehen. Niemand geringerer als der große Ökonom John Maynard Keynes hat die Langeweile als das gewichtigste Problem der modernen Gesellschaft bezeichnet. Aber kluge Köpfe haben immer schon gewusst, dass die Langeweile eigentlich ein Lob verdient. In unseren Tagen ist sie das Inkognito der Muße. Sie ist die Pforte, die man durchschreiten muss, um zu Selbsterkenntnis und Kreativität zu gelangen.

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© SWR 2, Essay, 27.3.2017

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