Marc Sinan: „Gleißendes Licht“ Grenzenloses Erinnern & Pēteris Vasks „Tālā gaisma – Fernes Licht“

Das Memoriam-Ritual „Gleißendes Licht“ des türkisch-deutschen Komponisten Marc Sinan ist eine Klage über die Vernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus. Er bindet die Städte Buchenwald, Jena, Jerusalem und Berlin in seinem Werk simultan ein.

Das Projekt „Gleißendes Licht“, eine Idee des türkisch-deutschen Komponisten Marc Sinan, versucht im Hier und Jetzt, die Impulse von Schmerz und Klage, von Vergeltung und Rache musikalisch zu befragen.

„Gleißendes Licht“ ist eine Verneigung vor den Opfern und zugleich bittere Anklage.

Vier Orte im Gleichklang

„Gleißendes Licht“ verbindet vier Orte. Auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald erklingt ein Knabenchor. Begleitet von der Staatskapelle Weimar, sendet er einen Impuls nach Jena, den die Jenaer Philharmoniker gemeinsam mit dem Dresdner Chor AuditivVokal und vier Solistinnen und Solisten zu einem Oratorium steigern.

Weitere Brücken nach Jena schlagen die junge israelische Schauspielerin Hadar Dimand in Jerusalem mit Texten von Batsheva Dagan, die als junge Frau Auschwitz überlebte.

Der Pianist Michael Wendeberg wird auf dem Berliner Bebelplatz ein Konzert mit Teilen aus Sinans multilokaler Komposition und weiteren Werken von Beethoven, Schubert, Schumann spielen. Im Jenaer Volkshaus wird „Gleißendes Licht“ programmatisch durch Stücke von Peteris Vasks ergänzt.


Pēteris Vasks
„Tālā gaisma – Fernes Licht“
Konzert für Violine und Streichorchester


Marc Sinan
„Gleißendes Licht – ein musikalisches Ritual des Erinnerns“
(Uraufführung)



Berlin
Michael Wendeberg, Klavier

Buchenwald
Knabenchor der Jenaer Philharmonie
Blechbläser der Staatskapelle Weimar

Jerusalem
Hadar Dimand, Sprecherin

Jena
Rosa Donata Milton, Violine
Katia Guedes und Johanna Vargas, Sopran
Johanna Krödel, Alt
Andreas Fischer, Bass
AuditivVokal, Dresden
Jenaer Philharmonie
Leitung: Simon Gaudenz, Andrea Molino und Berit Walther

© Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 29.9.2021

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