Miles Davis 100. „Sternstunden der Inspiration“ Der Trompeter Miles Davis und seine weißen Mitmusiker
Von Michael Kuhlmann (DLF). Miles Davis würde im Mai 2026 100 Jahre alt: Wie haben er und weiße Musikerkollegen einander damals inspiriert?
Er hat unter dem Rassismus in den USA gelitten: Miles Davis hatten die seelischen Wunden zugesetzt, die ihm seine weißen Landsleute zugefügt hatten. Oftmals schlug er verbal zurück, dennoch zählten einige weiße Musikerkollegen zu seinen engsten Vertrauten. Selbst als Davis längst zu den Größen der Szene gehörte, wurde der Trompeter wegen seiner Hautfarbe von weißen Polizisten schikaniert. Die inneren Verletzungen und die Verbitterung, die davon herrührten, ließen Miles Davis bis an sein Lebensende nicht los. Das schlug sich auch in abfälligen Äußerungen über weiße Musikerkollegen nieder. Dennoch tat er sich mit einigen von ihnen eng zusammen, darunter die Pianisten bzw. Keyboarder Bill Evans, Joe Zawinul oder Chick Corea. Gil Evans schrieb für Davis Arrangements u.a. zu „Sketches of Spain“ und wurde über Jahrzehnte hinweg gar zum guten Freund.
© Deutschlandfunk, JazzFacts, 21.5.2026