„Mit anderen Augen“ Hörstück von Helmut Oehring
Nach seiner dokumentar-poetischen Autobiografie „Mit anderen Augen. Vom Kind gehörloser Eltern zum Komponisten“ mit Samples und Ausschnitten aus seinem kompositorischen Gesamtwerk.
„Radiokunst ist nichts anderes als : Wörter in die Luft. Klangbilder durch die Luft. Radio: ein Gehäuse, eine Behausung für das Unbehauste.
Ich empfand meine Kindheit immer schon als seltsam. Wenn ich mich daran zurückerinnere, bleibt Kindheit mir als ein Bild und Gefühl von etwas, was ich unheimlich nennen würde. Kindheit – unheimlich. Vielleicht wie Radiohören unter der Bettdecke. Radiohören unter der Bettdecke ist auch unheimlich.
Manchmal nur heimlich. Alles, was nach der Bettdecke kommt, der Tag oder das Erwachsensein, ist ein ständiger Kampf: Es muss hin und wieder diesen Schrei geben. Und dieser Schrei bewegt oder zerreißt den Vorhang, der uns möglicherweise von der Wahrheit trennt – von der ‚Unwirklichkeit der Realität und der Verheißung, dass der Felsen der Welt auf dem Flügel einer Elfe gegründet ist‘ (Scott Fitzgerald). Musik ist ein solcher Schrei. Sonnenfinsternis im Moment entstehender Stille und Stummheit.“ Helmut Oehring
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© SWR 2,SWR2 Hörspiel-Studio | Tonsetzer als Hörspielmacher (1), 3.12.2015 / Foto: arte