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„Musik ist Brot und Stuhl“ Die alternative Moderne des Jean Cocteau

Er war Paris, befreundet mit allen von Marcel Proust bis Edith Piaf. Und er war Lyriker, Dramatiker, Romancier, Filmemacher, Zeichner, Maler, da konnte er nicht auch noch Musiker sein.

Von Werner Klüppelholz

Doch der musikalische Dilettant Jean Cocteau besaß eine glänzende Verbindung zwischen Ohr und Hirn, und er hat die Zeitenwende des Ersten Weltkriegs so sensibel gespürt, wie kaum ein Zweiter. 1918 verarbeitete er seine musikalischen Erfahrungen, die er u. a. als Mitautor des Skandal-Balletts „Parade“ gemacht hatte, in der Aphorismen-Sammlung „Hahn und Harlekin“. Radikal sind die Ideen, die er dort formuliert: Komponisten sollten sich durchaus von der Straße inspirieren lassen und Musik kein Wagnersches Weihe-Spiel mehr sein, sondern so alltäglich werden wie Brot und Stuhl.

 

 

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© SWR 2, Essay, 7.5.2018

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