Musikfest Berlin 2022: „Liebe zu den Möglichkeiten“ Legendäres Jazz-Album „Epitaph“ aufgeführt

Ein Konzert als Porträt eines Künstlers: In der Berliner Philharmonie wurde „Epitaph“, das Opus magnum des Jazzbassisten Charles Mingus, aufgeführt. Von Kristof Schreuf.

Ein älterer Herr in Schwarz und mit einer Schirmmütze auf dem Kopf sitzt am Montagabend auf einem Stuhl am Bühnenrand der Berliner Philharmonie. Er wirkt wie jemand, der auf die Tauben aus dem Park wartet, damit er sie füttern kann.

Doch dann erhebt sich Randy Brecker und greift nach einer der vor ihm stehenden Trompeten. Er bläst an und schickt langgezogene, freundliche Signale los, die durch den Saal klingen, als würden sie ihn ausmessen. Damit setzt der 76-Jährige einen erhabenen Akzent bei „Epitaph“, einer legendären Suite aus der Feder des US-Kontrabassisten und Jazzers Charles Mingus, welche die BigBand der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung des Dirigenten Titus Engel aufführt.

Randy Brecker ist deren Stargast. Seine Könnerschaft hat der als Randal Edward Brecker 1945 in Philadelphia an der US-Ostküste geborene Musiker in seinem Leben mit vielen der aufregendsten Jazzer immer weiter steigern können, darunter auch seinem Bruder, dem Tenorsaxofonisten Michael Brecker.




© TAZ, Kultur, Musik, 20.9.2022

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