Max Clouth und Ragawerk: Liegt noch im Einzugsbereich von Indien

Der Gitarrist Max Clouth, der Schlagwerker Martin Standke und ihr neues Ragawerk. Von Hans-Jürgen Linke.

Den weiten Formenkreis dessen, was heute „Jazz“ genannt wird, nutzen Max Clouth, Martin Standke und ihre offene Formation Ragawerk als Reich musikalischer Freiheit – einer Freiheit, die vielgestaltige Neuzusammensetzungen und Synthesen von indischer und westeuropäischer Musik ermöglicht.



Weil Max Clouth nicht nur in Mainz und Dresden, sondern auch unter anderem an der Sangit Mahabharati Music School in Mumbai studiert hat, fallen die Fusionen nie oberflächlich aus, sondern sind von Ernsthaftigkeit und Respekt geprägt. Niemand strickt hier auf diesem Album an einem bekannten Maschenwerk. Jedes Stück kommt mit einer anderen Idee daher, entwickelt sich aus anderen Komponenten und setzt etwas neu zusammen, was zuvor nicht zusammengehörte.

Die Kern-Besetzung von Ragawerk ist ein auf den ersten Blick handelsübliches Jazz- oder Jazzrock-Quartett mit Bass (Peter Puskas), Schlagzeug (Martin Standke), Gitarre (Max Clouth) und Keyboard Georg Boeßner). Auch wenn im Jazz Fusions-Versuche mit indischer Musik im westlichen Pop- und Jazz-Kontext schon gelegentlich vorkamen – am weitesten fortgeschritten wohl in den Arbeiten des englischen Gitarristen John McLaughlin – und es also an Vorbildern nicht fehlt, finden Max Clouth und seine Band doch ganz eigene Wege.



© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 20.9.2022

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