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Nachruf auf Alain Delon „Attraktiv wie undurchdringlich“

Von Jenni Zylka (TAZ). Er war die filmische Blaupause für den schönen, ruchlosen Mann: Schauspieler Alain Delon ist mit 88 gestorben. Seine Ambivalenz wird nachwirken.

Zu Beginn des Films „Der Swimmingpool“ von 1969 erforscht die Kamera zunächst das blaue Nass im Pool einer Villa. Von der gegenüberliegenden Seite nähert man sich sodann dem Männerkörper, der am Rand in der Sonne liegt, besser: prangt. Der Körper ist makellos und gehört Jean-Paul (Alain Delon), braun gebrannt, dunkelhaarig, nackt bis auf Badehose, Sonnenbrille und Drink, den er sich in den Mund gießt, ohne aufzustehen. Die Szene hat etwas Unverschämtes, Freies, Frivoles, als ob die Kamera ihn ableckt. Bald darauf übernimmt Marianne (Romy Schneider) diese Fantasie, steigt aus dem Pool und stellt sich über ihn. Wasser tropft auf seine Haut. Sie legt sich auf ihn. French kissing. Die Leidenschaft verbindet die Gegensätze.



© TAZ, Kultur, Film, 18.8.2024

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