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Nachruf auf Klaus Schulze „Mit epischer Musik den Körper befreien“ Von Andreas Dewald

Klaus Schulze ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Der deutsche Musiker und Komponist gilt als Wegbereiter der elektronischen Musik. Mit den Bands Tangerine Dream und Ash Ra Tempel entwickelte er eine eigene Klangsprache und prägte Techno und Ambient.

„Krautrock“ sollten die Briten in den 1970er-Jahren halb ehrfurchtsvoll, halb abschätzig zur Musik von Klaus Schulze sagen. Krautrock nährte sich von allem, was nach der 68er-Revolte in Deutschland durch die Köpfe junger Musiker geisterte. Er verarbeitete Einflüsse von Hendrix bis Zappa, von LSD Sounds bis Free Jazz, von Anleihen aus moderner Klassik bis zu ethnischen Elementen.

Krautrock war radikal und experimentell und klang anders als die Musik aus England und Amerika. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Drei-Minuten-Songs? Vergessen Sie’s!

„Ich meine, das sind ja sehr lange Stücke für andere Leute, die machen Vier-fünf-Minuten-Stücke“, sagte Klaus Schulze, „bei mir ist das alles so wie in der klassischen Musik, mit langem Aufbau, Hauptteil in der Mitte und dann wieder langsam Ausfaden. Ich denke eigentlich mehr episch und könnte nie einen Hit machen von drei, vier Minuten. Das liegt einfach nicht in mir.“




© Deutschlandfunk Kultur, Musik, 27.4.2022

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