Wie kommt es, dass einem, wenn nach elektronischer Musik gefragt wird, immer nur männliche Komponisten einfallen? Ein Festival in Berlin…
In ausgewählten Kinos läuft im Moment die Doku „Sound of Cologne“. Im Film zeigt Regisseurin Kristina Schippling die Entwicklung der elektronischen Pop-Musik, für die die Rhein-Metropole weltbekannt wurde. Von Ralf Summer.
Den Grundstein legten die experimentellen Klänge von Karl-Heinz Stockhausen und das WDR-Hörspiel in den 50/60ern. Stockhausens Schüler gründeten die Band Can, die neben Kraftwerk und Neu! aus Düsseldorf die namhaftesten Krautrock-Formationen der 70er werden sollten – vor allem im englischsprachigen Raum kultisch verehrt. In den 80ern landete der Can-Ableger The Unknown Cases mit „Masimba Bele“ vermutlich einen der ersten Global Pop-Hits. In den 90ern entwickelte sich Köln – begleitet von den beiden Musik-Magazinen Spex und Intro – zum Techno-Zentrum: die DJ-Produzenten um die Brüder Wolfgang und Reinhard Voigt, die den Plattenladen Kompakt im Belgischen Viertel gründeten, schufen das Sub-Genre „Minimal Techno“. Was die Stadt richtig berühmte machte. Auch wenn Berlin nach dem Millennium das Rave-Ruder übernahm, hat Köln große Spuren in der Geschichte der elektronischen Musik hinterlassen – auch dank Mouse On Mars, Niobe und dem weltweiten 90er-Disco-Hit „From Disco To Disco“, der im Film leider fehlt – nicht aber in dieser Stunde mit Ralf Summer.
