NDR-Schallplattenarchiv „Ein schwarzer Schatz zieht ins Museum“ Von Jörn Straehler-Pohl
Gewerkschaftslieder, Maia und Robert oder sogar Mike Krüger – Tausende Schallplatten hat das NDR-Schallplattenarchiv in den letzten Jahrzehnten gesammelt. Darunter sind Schätze, die es nur auf Vinyl gibt.
Es gibt Momente, die sind einfach magisch. Wie eine Zeitkapsel, die sich öffnet, das erste Mal seit 53 Jahren. Eine Schallplatte, die zuletzt im April 1969 aus dem Schallarchiv des NDR geholt wurde – so jedenfalls steht es auf der Karteikarte, die dem Album von Cy, Maia und Robert beiliegt. Einem englisch-dänisch-französischem Trio, das Mitte der 60er-Jahre mit Paul Simon in Dänemark aufgetreten ist.
„Es gibt ja auch viele Künstler, die wahrscheinlich nur ein, zwei Platten herausgegeben haben und die man ansonsten überhaupt nicht kennt. Und da wird’s dann auch wieder spannend. Wenn man so was dann findet, auch mit Erklärungen zu den Künstlern, was ja mit den Rundfunkplatten da ist, da sind ja vielfach noch Künstlerinformationen der Plattenfirmen mit drin und das macht die ganze Sache unglaublich lebendig und interessant auch.“

Lutz Bertram ist Chef des Fördervereins des Schallplattenmuseums in Nortorf, einer kleinen Stadt nördlich von Neumünster, dort wo früher die Teldec ihre Schallplatten gepresst hat. Das Album von Cy, Maia und Robert ist eine von mehr als 100-tausend Schallplatten, die jetzt in dem Museum eine neue Heimat finden.
„Da ist vieles bei, was ich nie gehört habe oder nie gesehen habe, ziemlich spannend. Wir wollen ja die gesamte Bandbreite der Musik oder des Rundfunks dann auch darstellen und das beschränkt sich ja nicht nur auf Jazz oder klassische Musik, sondern durchaus auf andere Geschichten nachher. Da soll sich jeder der Gäste auch wiederfinden in den Schallplatten.“
© Deutschlandfunk Kultur, 17.8.2022