„Neuer Swing in der Nische“ Beobachtungen beim Deutschen Jazzpreis und der „Jazzahead“ in Bremen

Der Deutsche Jazzpreis und die Musikmesse „Jazzahead“ in Bremen zeigen eine Musikrichtung in Hochform. Es gibt nur ein Problem. Von Oliver Hochkeppel.

Wenn alle Verbesserungen so schnell greifen würden wie beim Deutschen Jazzpreis, dann hätte die Szene ein paar Sorgen weniger. Aus einem zähen Dreieinhalb-Stunden-Stream in vier Clubs beim Stapellauf im vergangenen Jahr wurde heuer eine kurzweilige, manchmal fast zu flotte Eineinhalb-Stunden-Präsenzveranstaltung im Bremer Metropoltheater. Um einzuordnen, was das bedeutet, vielleicht eine kurze Rekapitulation der Vorgeschichte. 2018 riss der Skandal um die Rapper Kollegah und Farid Bang nicht nur den Pop Echo in den Abgrund, sondern auch parallele Versuche bei Klassik und Jazz, so etwas wie einen deutschen Grammy zu etablieren.


Preis an Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky für sein Lebenswerk

Der seit 2010 vergebene Echo Jazz war zwar kein reiner Wirtschaftspreis, litt aber ebenfalls an etlichen Geburtsfehlern, zum Beispiel durch die undotierte Vergabe durch den Branchenverband Deutsche Phono-Akademie. Als Nachfolger wurde 2021 eben der Deutsche Jazzpreis installiert, getragen von der vom Deutschen Bundestag angestoßenen gemeinnützigen „Initiative Musik“. Und in 31 Kategorien mit jeweils 10 000 Euro für die Gewinner dotiert, was für die meisten deutschen Jazzmusiker fast einem Jahreseinkommen gleichkommt.




© Süddeutsche Zeitung, 2.5.2022

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