„Nur für Hartgesottene! – Wege zu Carlo Gesualdo“ Von Hildburg Heider

Nur die wenigsten Komponisten treten auch als Mörder hervor. Eine Ausnahme ist Gesualdo da Venosa. Der Schöpfer eines unverwechselbaren Klangstils ermordete seine untreue Ehefrau samt Liebhaber.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wächst der musikalisch hochbegabte Prinz in einer süditalienischen Fürstenfamilie heran. Mit 19 schreibt er seine erste Komposition. Nach dem Tod des älteren Bruders übernimmt er die Regierungsgeschäfte und engagiert eine eigene Hofkapelle. Don Carlo Gesualdo da Venosa, wie er mit vollem Namen hieß, entwickelte sich zu einer skandalumwitterten Figur. Nach seiner aufsehenerregenden Bluttat, für die er übrigens nie belangt wurde, zog er sich in ein sehr einsames Leben zurück und war von inneren Furien getriebenen. Heute bewundert man ihn als einen Komponisten, der eine nach wie vor hochmodern klingende Musik geschrieben hat. Er komponierte für fünf Stimmen entrückte Gebete und verschattete Madrigale. Er entwickelt in seinen Madrigalen und Motetten eine musikalische Sprache, die mit ihrem Reichtum an Dissonanzen und überraschenden Rückungen geradezu aktuell wirkt. Gesualdo belebt mit Affekt und Raffinesse die musikalischen Konventionen seiner Zeit und wirkt bis in die Gegenwart. Hildburg Heider hat sich zusammen mit dem Biographen Annibale Cogliano auf Spurensuche nach Süditalien begeben.



Nur für Hartgesottene! – Wege zu Carlo Gesualdo

Von Hildburg Heider

Redaktion: Werner Wittersheim
Produktion: WDR 2021

© WDR 3, Musikporträt, 1.11.2021

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