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„Ordnung, Störung, Heilung“ Kybernetik und Klangwelt bei Friedrich Cerha

Norbert Wiener (1894 – 1964) gilt als Pionier der Kybernetik. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm, die Steuerung prozessualer Abläufe zu beschreiben, gleich, ob in Organismen, technischen oder sozialen Systemen. Die Übertragbarkeit des kybernetischen Modells auf unterschiedliche Phänomene, etwa auf gesellschaftliche Umwälzungen oder die Erkrankung eines Individuums, faszinierte KünstlerInnen aller Sparten.

Von Matthias Henke

Eine Art kybernetisches Gravitationszentrum, in dem man versuchte, Wieners Modelle auch auf das Komponieren anzuwenden, war Wien. Hier schuf der griechischstämmige Komponist Anestis Logothetis zu Beginn der 1970er-Jahre sein Multimediastück Kybernetikon; und wenige Jahre zuvor hatte Friedrich Cerha sein für die Bühne gedachtes Netzwerk vorgelegt, in dem er die Steuerung von Konflikten reflektierte – mögen diese sozialer oder musikalischer Natur sein.
Matthias Henke widmet sich der „musikalischen“ Kybernetik – nicht von ungefähr hatte die ihre Hochkonjunktur zu einer Zeit gesellschaftlich eklatanter Umbrüche.

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© SWR 2, Essay, 5.3.2018

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