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„Orpheus: Einmal Hades und zurück“ Von Harry Lachner

„Wenn Orpheus zu Eurydike hinabsteigt, ist die Kunst die Macht, durch die sich die Nacht auftut“, schrieb der Dichter Maurice Blanchot.

Mit Harry Lachner

Mit seiner vielgerühmten Musik hatte dieser mythische Sänger den Gott des Totenreiches soweit betören können, dass ihm nicht nur Einlass in die Unterwelt gewährt wurde; ihm wurde erlaubt, seine zu früh gestorbene Frau Eurydike ins Reich der Lebenden zurückzuführen. Nur durfte er sich auf diesem Weg nicht nach ihr umblicken … Diese Mythos von der Kunst, die den Tod besiegen kann und Götter entzückt, wurde – man möchte fast sagen: selbstredend – zum Gegenstand zahlreicher musikalischer Bearbeitungen. Opern wie jene von Monteverdi, Gluck oder Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ dienten noch der narrativen, dramatischen Darstellung dieser Geschichte. Aber auch Instrumentalwerken von der Klassik bis zur zeitgenössischen Musik ist der Mythos ein Sujet – wenngleich in abstrakter Weise. Selbst die populäre Musik konnte sich dem Thema nicht verschließen – so wenig wie Literatur und Film. Schließlich umfasst der Orpheus-Mythos, neben der Frage nach dem Selbstverständnis der Kunst, auch das Komplexe einer Liebesbeziehung.

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© SWR 2, Musikpassagen, 2.4.2017

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